News
30. September 2022

Innovative Trainings-Kombination gegen Angstzustände nach der Geburt

Gruppenfitnessprogramms „LES MILLS TONE“ erzielt in Studie gute Ergebnisse

Mütter, die nach der Geburt einen Mix aus Ausdauer-, Kraft- und Core-Training absolvieren, leiden laut einer neuen Studie, die das anhand des Gruppenfitnessprogramms „Les Mills Tone“ untersuchte, seltener unter Angstzuständen.

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Les Mills

In den vergangenen Jahren, besonders während der Corona-Pandemie, wurde eine wachsende Anzahl an postnatalen Depressionen und Angstzuständen bei jungen Müttern beobachtet. 40 Prozent der Mütter berichten heute über Depressionen – im Vergleich waren es vor der Pandemie 15 Prozent. Auch Ängste sind ein zunehmend wichtiges Thema: 72 Prozent der Frauen empfinden kurz nach der Geburt eines Kindes mäßige bis starke Ängste, im Vergleich zu 29 Prozent vor der Pandemie.

Eine innovative Trainings-Kombination mit einer Mischung aus Ausdauer-, Kraft- und Core-Training, wie das Gruppenfitnessprogramm des neuseeländischen Gruppenfitnessanbieters „LES MILLS“, könnte in Zukunft eine wichtige Rolle dabei spielen, frischgebackene Mütter vor postnatalen Depressionen und Angstzuständen zu schützen. Diese Erkenntnis ergab kürzlich eine Pilotstudie unter der Leitung von Forschenden der University of the Fraser Valley in Kanada. Untersucht wurden die Auswirkungen von regelmäßigem Les Mills Gruppenfitnesstraining auf Frauen, die kürzlich Mutter geworden sind. Unter den Teilnehmerinnen waren Mütter, die vor mindestens sechs Wochen und maximal neun Monaten entbunden hatten.

Les Mills

Über einen Zeitraum von acht Wochen nahmen 21 Frauen alle zwei Wochen an Kursen des Gruppenfitnessprogramms teil. Dieser Kurs kombiniert in 45 Minuten Ausdauer-, Kraft- und Core-Training. Die Teilnehmerinnen hatten dabei jederzeit die Möglichkeit, die Intensität je nach Fitnesslevel und Zeitraum seit der Geburt des Kindes zu variieren.

Deutlich schwächere Angstgefühle

Die Frauen berichteten von einer durchschnittlichen Verringerung der so genannten State-Angst (d. h. empfundene Angst in einer momentanen, speziellen Situation) um 55 Prozent. Am Ende der acht Wochen berichteten die Frauen von deutlich schwächeren Angstgefühlen als zu Beginn des Programms. Insgesamt konnte hier ein Rückgang von 42 Prozent festgestellt werden.

„In einer Zeit, in der Frauen ein deutlich erhöhtes Risiko haben, nach der Geburt psychische Probleme zu bekommen, hat unsere Studie gezeigt, dass Gruppenfitnesstraining das mentale Wohlbefinden von Müttern steigert, insbesondere bei akuten Ängsten hilft und die psychologischen Grundbedürfnisse befriedigt, die nach der Geburt besonders wichtig sind“, so die leitende Forscherin Dr. Gillian Hatfield, Associate Professor an der University of the Fraser Valley.

Stärkung der emotionalen Grundbedürfnisse

In einem Online-Fragebogen nach der Studie gaben die Mütter an, nicht nur motivierter zu sein, Sport zu treiben, sondern sie stellten auch fest, dass die Kurse zur Stärkung ihrer emotionalen Grundbedürfnisse beitrugen. So fühlten sie sich unabhängiger, kompetenter und empfanden mehr Zugehörigkeit und Verbundenheit.

Bryce Hastings, Head of Research bei Les Mills, betont, dass die Wahl der richtigen Trainingsart ein wichtiger Faktor ist, um frischgebackenen Müttern einen sanften und nachhaltigen Wiedereinstieg in den Sport zu ermöglichen. „Ein Trainingsplan, der die drei wichtigen Trainingsdisziplinen Ausdauer, Kraft und Core-Training vereint, ist ideal für Mütter nach der Geburt, denn diese Elemente bieten Abwechslung und ein breites Spektrum an Vorteilen“, so Hastings. „Für junge Mütter ist es wichtig, ein Training zu wählen, das ihnen die Möglichkeit gibt, ihrem Fitnesslevel sowie ihrem Körper angepasst zu trainieren und sich kontinuierlich zu steigern. Soziale Elemente durch das Training in der Gruppe sind eine weitere gute Möglichkeit, die nötige Motivation aufrecht zu erhalten und Sport zu einer langfristigen Gewohnheit zu machen.“

Les Mills

Auf den eigenen Körper hören

Dee Rowell, internationale Les Mills Trainerin und Teilnehmerin der Studie stellte nach der Geburt ihrer Tochter fest, dass die Rückkehr zur gewohnten Trainingsroutine länger dauerte, als erwartet. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen nach der Geburt, weiß sie, wie wichtig es ist, die Intensität auf die individuellen Fähigkeiten beim Neu- oder Wiedereinstieg in körperliche Aktivität anzupassen. „Egal, ob Fitness-Neuling oder Spitzensportlerin: Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und im eigenen Tempo die Intensität anzupassen. Niemand sollte den Druck verspüren, nach der Geburt schnell wieder fit zu werden oder sich schonen zu müssen. Unsere Wege vom Kinderwunsch, über die Schwangerschaft bis hin zur Entbindung sind alle unterschiedlich, also müssen wir das tun, was sich für unseren Körper richtig anfühlt.“

Les Mills

„Frauen dürfen sich bewusst sein, was ihr Körper geleistet hat. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf ist es einfacher, geduldig mit sich selbst zu sein und sich langsam wieder an eine Bewegungs-Routine heranzutasten. Ein ästhetisches Ziel sollte dabei nicht im Vordergrund stehen, sondern eher das gute Gefühl, dass sich nach einer Bewegungseinheit einstellt“, so Dee.

Für Dr. Gillian Hatfield war diese Studie erst der Beginn der Untersuchungen „Um die Vorteile der körperlichen Aktivität für junge Mütter zu erhöhen, sind wir der Meinung, dass eine Unterstützung bei der Verhaltensänderung von Nöten ist. So kann die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass sich die Mütter auch langfristig sportlich betätigen und Angstzuständen entgegenwirken. In Zukunft möchten wir herausfinden, welche Rolle ein unterstützendes soziales Umfeld dabei spielt – zudem wollen wir die Auswirkungen anderer Trainingsarten untersuchen.“

Hinweise zur Methodik

21 Frauen, deren Entbindung weniger als ein Jahr zurücklag, nahmen acht Wochen lang freiwillig an einem zweiwöchigen Gruppenfitnessprogramm teil. Bei allen Frauen lag die Entbindung mindestens sechs Wochen zurück und sie hatten die Erlaubnis ihres Arztes, wieder Sport zu treiben. Das Training bestand aus dem 45-minütigen Gruppenfitnesskurs Les Mills Tone, der darauf abzielt, die Rumpfmuskulatur zu stärken, die aerobe Fitness und das Gleichgewicht zu verbessern und die Muskelkraft und Ausdauer zu steigern (Kombination aus Ausdauer, Krafttraining und Core-Training).

Die Teilnehmerinnen hatten die Möglichkeit, ihr Baby zum Gruppenfitnesskurs mitzubringen, um mögliche Hürden bei der Teilnahme an den Kursen aus dem Weg zu räumen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass es keinen signifikanten Unterschied bei den Angstzuständen gibt, wenn 45-minütige Aerobic-Einheiten mit oder ohne Baby durchgeführt werden (Cramp & Bray, 2010). In jeder Stunde boten die jeweiligen Instruktorinnen und Instruktoren die Möglichkeit, die Intensität der einzelnen Übungen individuell anzupassen.

Vor und nach dem achtwöchigen Programm füllten die Teilnehmerinnen Online-Fragebögen aus. Für die psychische Gesundheit wurden neben Angstzuständen auch die postpartale Depression, die Trait-Angst (im Gegensatz zur State-Angst situationsübergreifendes ängstliches Verhalten) und der wahrgenommene Stress gemessen. Depressionen wurden mit der Edinburgh Postnatal Depression Scale bewertet, dem am weitesten verbreiteten Screening-Instrument zur Bewertung von perinatalen Ängsten und Depressionen (Gibson, McKenzie-McHarg, Shakespeare, Price, & Gray, 2009).

Nach Abschluss des Programms füllten die Teilnehmerinnen zusätzlich den Physical Activity Group Environment Questionnaire (PAGEQ) (Estabrooks & Carron, 2000) aus, um die Erfahrungen mit dem Gruppenfitnesstraining mit anderen jungen Müttern zu bewerten und dabei die Corona-Maßnahmen einzuhalten. Der Gruppenzusammenhalt wurde mit dem PAGEQ gemessen, der vier verschiedene Konstrukte misst: die Anziehungskraft der einzelnen Mitglieder auf die Gruppenaufgabe (ATG-T), die Wahrnehmung der Anziehungskraft, der Akzeptanz und der sozialen Interaktion innerhalb der Gruppe (ATG-S), die Wahrnehmung der Verbundenheit und der Nähe zur kollektiven Aufgabe (GI-T) sowie die Wahrnehmung der Integration in die soziale Atmosphäre der Gruppe (GI-S) durch die einzelnen Mitglieder.

Quelle: Les Mills