Wer kennt das nicht: Schmerzen an der Wirbelsäule. Schnell mal ein MRT gemacht. Der Arzt kommt rein, deutet auf das Bild und sagt: „Da ist ja alles abgenutzt! Ihre Wirbelsäule sieht aus wie die eines 80-Jährigen!“ Ein Schock für den Betroffenen.

Solche Aussagen können oft weitreichende Folgen haben und treiben viele Menschen in eine Art Chronifizierungsspirale. Was oft übrig bleibt: MRT-Berichte, die sich für Betroffene wie eine Horrorgeschichte anhören und nicht selten genauso viel Angst verbreiten.

Anmerkung der Redaktion: dieser Beitrag resultiert auf der Erfahrung des Redakteurs mit dem Befund zu seinem MRT bezüglich seiner Kreuzband-OP 2001. Gem. diesem Befund sollte es an sich kaum mehr möglich sein ohne Schmerzen wenige Meter zu gehen. Genau das Gegenteil ist der Fall. O-Ton des behandelnden Arztes (nicht der Befundersteller!): „Solche radiologischen Befunde sind oft etwas übertrieben und Panik verbreitend geschrieben!“

Das Prekäre: Die damit verbundenen Aussagen stehen in direktem Zusammenhang zu geringerer Erholung und stärkeren Einschränkungen. In einer Untersuchung von Sloan & Walsh (2010) wurde ein direkter Zusammenhang vom Gebrauch degenerativer Beschreibungen („verursacht“ durch Arzt/Therapeut) und der Erwartung auf eine Besserung der Beschwerden festgestellt.

Leider sind solche Beschreibungen von MRT-Bildern noch immer sehr häufig, obwohl man inzwischen weiß, dass der Zusammenhang zwischen im MRT sichtbaren Veränderungen und Schmerzen eher gering ist. Weitere Beispiele:

„Bandscheibe in der HWS kaputt und trotzdem kein Schmerz?“ 

„Schulterveränderungen und trotzdem kein Schmerz?“ 

„Wirbelsäulenveränderung und trotzdem kein Schmerz?“ 

„Meniskusriss und trotzdem kein Schmerz?“ 

„Nerv eingeklemmt? Wirklich?“

Ganz im Gegenteil: „Schmerz kann nicht auf eine Verletzung oder einen Schaden reduziert werden!“

Ärzte und Therapeuten sollten demnach auf ihre Worte achten und immer das eigentliche Schmerzbild und -empfinden sowie die aktuelle Leistungsfähigkeit, auch für die anschließende Maßnahmenerhebung, berücksichtigen!

Quelle: BEST- Basis effektiver Schmerztherapie (Facebook)

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