Im Jahr 2015 belief sich die durchschnittliche Fettleibigkeitsrate in Deutschland auf 23,6 Prozent. Damit hat sich die Adipositasprävalenz im Vergleich zum Jahrtausendwechsel nahezu verdoppelt (12 Prozent im Jahr 2000). Im OECD-Ländervergleich , der im Juni 2021 veröffentlicht wurde, belegt die Bundesrepublik einen Platz im oberen Mittelfeld. Absoluter Spitzenreiter sind die USA mit einer Rate von 38,2 Prozent.

Übergewicht und Fettleibigkeit

Übergewicht wird nach dem so genannten Body-Mass-Index (BMI) bestimmt. Dieser Index wird errechnet, indem das Körpergewicht (in Kilogramm) durch das Quadrat der Körpergröße (in Metern) geteilt wird, Geschlecht und Alter bleiben dabei unberücksichtigt. Als übergewichtig gilt, wer einen BMI von mehr als 25 Punkten aufweist; ab 30 Punkten spricht man von Fettleibigkeit (Adipositas). Der Bereich zwischen 25 und 30 kg/m² wird auch als Präadipositas bezeichnet.

Volkskrankheit Adipositas

Übergewicht und Adipositas haben in den letzten Jahren vor allem in den Industrieländern stark zugenommen. Dabei erhöhen Übergewicht und Adipositas nicht nur das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder bestimmte Krebsarten und reduziert somit die Lebenserwartung der Betroffenen. Steigende Adipositasraten von weit über 20 Prozent stellen auch eine schwerwiegende Belastung der nationalen Gesundheitssysteme dar. Die durch Übergewicht verursachten Kosten machen schon heute schätzungsweise 5 bis 15 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben westlicher Industriestaaten aus. Zu den wichtigsten Ursachen für Übergewicht gehören vor allem mangelnde Bewegung und eine zu reichhaltige unausgewogene Ernährung. Sollte sich der Trend fortsetzten und die Adipositasrate kontinuierlich weiter ansteigen, könnten auf Deutschland im Jahr 2020 Folgekosten von rund 25 Milliarden Euro zukommen.

Daten aus Deutschland (RKI)

Nach Auswertung der Selbstangaben zu Körpergewicht und Körpergröße aus den Daten des GEDA 2014/2015-EHIS sind in Deutschland 54,0% der Erwachsenen von Übergewicht einschließlich Adipositas betroffen (Body Mass Index (BMI) über 25 kg/m2 ). Männer haben mit 43,3% häufiger Übergewicht (BMI zwischen 25 und 30 kg/m2) als Frauen (28,8%). Die Adipositasprävalenz (BMI über 30 kg/m2) liegt bei 18,1% und unterscheidet sich zwischen beiden Geschlechtern nicht wesentlich. Mit zunehmendem Alter steigt sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Prävalenz von Übergewicht und/oder Adipositas an. Insgesamt zeigt sich, dass die Prävalenz von Übergewicht einschließlich Adipositas in den letzten Jahren in Deutschland unverändert hoch ist. Im Vergleich zu GEDA 2010 hat die Adipositasprävalenz zugenommen.

Übergewicht im Kindes- und Jugendalter in Deutschland (RKI)

Seit einiger Zeit gibt es Hinweise darauf, dass sich die Übergewichts- und Adipositasprävalenzen bei Heranwachsenden in Deutschland auf hohem Niveau stabilisiert haben. Mit Daten aus der zweiten Folgeerhebung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Welle2, 2014–2017) liegen nun erneut Messwerte zu Körpergröße
und -gewicht von Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren vor, die dies bestätigen. Die Prävalenz der daraus abgeleiteten Indikatoren beträgt für Übergewicht 15,4% und für Adipositas 5,9%. Es gibt keine Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Übergewichts- und Adipositasprävalenzen steigen mit zunehmendem Alter an. Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status (SES) sind deutlich häufiger von Übergewicht und Adipositas betroffen als Gleichaltrige mit hohem SES. Im Vergleich zur KiGGS-Basiserhebung (2003 –2006) ist insgesamt und in allen Altersgruppen kein weiterer Anstieg der Übergewichts- und Adipositasprävalenzen zu beobachten.

Quelle: statista.de

Weitere Quellen:

Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland (RKI)

Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter in Deutschland