Kinder haben offenbar ein geringeres Risiko, Nahrungsmittelallergien zu entwickeln, wenn ihre Mütter während der Stillzeit Kuhmilch und daraus erzeugte Produkte verzehren.

[jg] Für eine schwedische Studie wurden mehr als 500 Mütter während der Schwangerschaft sowie einen und vier Monate nach der Entbindung zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Der von den Frauen angegebene Milchkonsum während dieser Zeiträume wurde durch Biomarker im Blut sowie nach der Geburt in der Muttermilch geprüft. Die Kinder der Teilnehmerinnen wurden im Alter von einem Jahr medizinisch auf Nahrungsmittelallergien, Neurodermitis und Asthma untersucht.

Assoziation vor allem bei Lebensmittelallergien deutlich

Dabei zeigte sich, dass die Mütter von gesunden Einjährigen während der Stillzeit mehr Kuhmilch und Milchprodukte konsumiert hatten als die Mütter von Einjährigen mit Allergien. Auch nachdem Faktoren wie eine genetische Veranlagung adjustiert wurden, blieb eine deutliche Assoziation zwischen dem Verzehr von Milch und Milchprodukten durch die Mütter und der Allergierate bei den Kindern bestehen – insbesondere hinsichtlich der Lebensmittelallergie-Rate. Am häufigsten wurden Nahrungsmittelallergien bei den Kindern festgestellt (8 %), vor allem in Bezug auf Kuhmilch oder Eier. Neurodermitis und Asthma wurden bei jeweils 7 Prozent der Kinder diagnostiziert.

Wirkmechanismen unklar

Die Wirkmechanismen hinter dieser Beobachtung bleiben unklar. Laut den Forschern kommen verschiedene Erklärungsansätze in Betracht. Eine Erklärungsmöglichkeit sei, dass der Milchkonsum der Mutter das Immunsystem des Kindes direkt stimuliert und dazu anregt, eine Toleranz gegenüber verschiedenen Nahrungsmitteln zu entwickeln. Als Stimuli kommen beispielsweise die Milchproteine und/oder -fette in Betracht.

Folgestudie läuft bereits

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann sie zwar keine Kausalität nachweisen, laut den Forschern deute sie aber sehr wohl auf einen Einfluss der mütterlichen Ernährung auf die Entwicklung von Allergien beim Kind hin. Eine Folgestudie mit vierjährigen Kindern läuft bereits.

Quelle: Springer Medizin

 

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