In einer Analyse untersuchten Wissenschaftler, welche Sportart sich am besten dazu eignet, erhöhten Blutdruck zu senken und bei Menschen mit Risikofaktoren der Entwick­lung einer Hypertonie vorbzueugen. Darauf basierend geben die Präventionsmediziner gezielte Empfehlungen.

[jr] Bewegungsmangel gehört neben einer Adipositas zu den häufigsten Ursachen für Bluthochdruck. Zahlreiche Studien haben bereits gezeigt, dass Menschen, die regel­mäßig körperlich aktiv sind, seltener an Bluthochdruck erkranken.

Sport senkt Blutdruck

Eine europaweite Gruppe von Sportmedizinern um Henner Hanssen von der Universität Basel gibt an, dass sportliche Übungen einen erhöhten Blutdruck senken können. Stützen tun sie ihre Aussage auf eine Analyse, bei der sie die Ergebnisse aus 38 Metaanalysen ausgewertet haben, die wiederum auf den Ergebnissen von zumeist kleineren randomisierten Studien basieren.

Die Forscher unterschieden zwischen Ausdauer- und Krafttraining. Beim Kraft­training wurde zwischen einem dynamischen und einem isometrischen Training differenziert. Beim dynamischen Krafttraining werden Gewichte mit den Muskeln bewegt. Beim isometrischen Training werden die Muskeln angespannt, jedoch nicht bewegt.

Ausdauertraining ist der klare Sieger

Das Ausdauertraining erzielte laut Hanssen die besten Ergebnisse bei Patienten, die bereits unter arteriell bedingtem Bluthochdruck leiden. Hier kam es in den Studien zu einem Rückgang des systolischen Blut­drucks um 4,9 bis 12 mm Hg und des diastolischen Blutdrucks um 3,4 bis 5,8 mm Hg.

Die Empfehlung bei arteriell bedingtem Bluthochdruck:

  • 30 Minuten Walking, Jogging, Radfahren oder Schwimmen an
  • 5 bis 7 Tagen der Woche
  • mit insgesamt 150 Minuten pro Woche

Dynamisches vs. isometrisches Krafttraining

Patienten mit einem hochnormalen Blutdruck von 130-139/85-89 mm Hg raten die Autoren eher zu einem dynamischen Krafttraining. In den Studien wurde ein Rückgang von 3,0 bis 4,7 mm Hg systolisch und 3,2 bis 3,8 mm Hg diastolisch erzielt.

Bei Personen mit normalem Blutdruck, die Risikofaktoren für die Entwicklung von Bluthochdruck auswei­sen, könnte dagegen ein isometrisches Krafttraining sinnvoll sein. Die Blutdruck senkende Wirkung lag laut der Studie bei 5,4 bis 8,3 mm Hg systolisch und 1,9 bis 3,1 mm Hg diastolisch.

Beim Krafttraining kommt es wie auch beim Ausdauertraining darauf an, dass es regelmäßig betrieben wird. Bei den meisten Übungen halte die blutdrucksenkende Wirkung etwa 24 Stunden an, ähnlich wie bei Medikamenten, schreibt Hanssen.

Quelle: Ärzteblatt, Originalpublikation

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