Adipositas ist ein bekannter Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf: Menschen mit erheblichem Übergewicht (BMI über 30) haben ein erhöhtes Risiko, bei einer Corona-Infektion schwer zu erkranken oder gar zu sterben.

Eine aktuelle US-Studie zeigte, dass Übergewicht und Adipositas das Risiko für eine Klinikbehandlung und die Notwendigkeit einer maschinellen Beatmung „dosisabhängig“ erhöhen. Demnach stieg das Risiko bei einer Adipositas Grad I (BMI 30-34,9 kg/m2) um 35 Prozent, bei einer Adipositas Grad II (BMI 35-39,9) um 51 Prozent und bei einer Adipositas Grad III (BMI 40 bis 45) um 71 Prozent. Bei einem BMI über 45 war das Risiko sogar um 108 Prozent erhöht, also mehr als verdoppelt. Damit ist das Risiko eines starken Übergewichts vergleichbar mit dem eines hohen Lebensalters oder einer schweren Lungenerkrankung.

Ein Drittel der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation hat starkes Übergewicht

Dass eine Adipositas einen schweren Verlauf von Covid-19 begünstigt, hat mehrere Gründe. Als Ursachen werden die chronischen Entzündungsreaktionen im inneren Fettgewebe vermutet. Außerdem ist die Lungenfunktion durch exzessives Fettgewebe, das die Ausdehnung der Lunge behindert, gestört.

Übergewicht ist eine unterschätzte Volkskrankheit

67 Prozent der Männer in Deutschland und 53 Prozent der Frauen sind übergewichtig – mit jedem Kilo steigen die damit verbundenen Folgeerkrankungen und sinkt die Lebenserwartung.

Corona-Pandemie verschärft das Problem

Die Corona-Pandemie scheint dieses Problem sogar zu verschärfen. Die Menschen bleiben mehr zu Hause und bewegen sich kaum noch. Viele sind auf sich allein gestellt und verfallen in alte Essgewohnheiten.

Quelle: NDR (Originalstudie: Centers for Disease Control and Prevention)