Unter der Leitung von Prof. Dr. Jochen Baumeister der Universität Paderborn  wurde erforscht , wie neurophysiologischen Vorgänge ablaufen und wie sie mit dem motorischen Verhalten von Kreuzbandpatienten zusammenhängen. Im Fokus standen dabei nicht motorische Reaktionen, sondern die neurophysiologischen Mechanismen der Gleichgewichtskontrolle.

Mechanismen der posturalen Kontrolle im Fokus

Viele Patienten haben nach einer Kreuzband-OP Schwierigkeiten, die gewohnte Stabilität im Kniegelenk wieder zu erlangen und weisen  eine verminderte posturale Kontrolle auf (verminderte Gleichgewichtsfähigkeit). Damit steigt das Risiko einer erneuten Verletzung des Kniegelenks.

Aktuelle Forschungsergebnisse weisen auf veränderte Prozesse, genauer gesagt auf  eine Umgestaltung komplexer sensomotorischer Netzwerke im Bereich der Großhirnrinde hin. Dazu zählen die Areale und deren Verknüpfungen, die mit der Wahrnehmung und Verarbeitung bestimmter Reize beschäftigt und für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind.

Profisportler unter der Lupe

An den Untersuchungen nehmen Probanden aus unterschiedlichen Sportarten und Leistungsklassen teil (vom Kreisliga-Fußballer bis hin zum Handball-Weltmeister). Mithilfe sogenannter Kraftmessplatten berechnen die Experten Schwankungsparameter, um so die Gleichgewichtsfähigkeit der Sportler objektiv beurteilen zu können.

Bewegungssteuerung wird angepasst

Die Wissenschaftler haben bei den Kreuzbandpatienten in Abhängigkeit vom Standbein – verletzt oder unverletzt – unterscheidbare Verknüpfungsmuster im Gehirn gefunden. Je nachdem, ob das gesunde oder das verletzte Bein verwendet wurde, liefen bei den Probanden unterschiedliche Prozesse in der Schaltzentrale ab.

Da die Rolle dieser Netzwerk-Modulationen bisher allerdings noch ungeklärt ist, sollen weitere Studien zur Überprüfung der Ergebnisse folgen.

Quelle und weiterführender Link: DeutschesGesundheitsPortal

Das könnte sie auch interessieren:

Kreuzbandriss – Muskelaufbautraining nach Kreuzbandoperation von Florian Münch

Risikofaktoren für Verletzungen der Hamstring-Muskulatur