Vom 6. bis 8. November fand die 14. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft statt. Hier berichtete Professor Dr. med. Diana Rubin über wirksame Maßnahmen gegen die Erkrankung an Diabetes Typ 2. Fazit: Die Verzahnung von Verhaltens- und Verhältnisprävention in Form einer konsequente Ernährungs- und Lebensstilumstellung verspricht den Erfolg!

Das Risiko für einen Typ-2-Diabetes wächst um etwa 20 Prozent je 1 kg/m² höherem BMI. „Eine konsequente Lebensstilumstellung mit dem Ziel der Körpergewichtsreduktion ist für Menschen mit Übergewicht daher unerlässlich“, erklärt Professor Dr. med. Diana Rubin, Chefärztin und Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin am Vivantes Klinikum Spandau und Humboldt-Klinikum Berlin.

Jedoch belegen Langzeitdaten, dass nur maximal 10 bis 15 Prozent aller Patienten im Rahmen einer Verhaltensprävention eine Lebensstiländerung dauerhaft durchhalten. Das liegt an Diäten, die von Patienten nicht angenommen werden, aber auch an äußeren Einflüssen, wie Lebensbedingungen, und hier insbesondere das Angebot und die Verfügbarkeit „schlechter“ Lebensmittel.

Innerhalb einer Verhältnisprävention ist also vor allem die Lebensmittelindustrie gefragt, wenn es um qualitativ hochwertige und gesunde Inhaltsstoffe ihrer Produkte geht. Dies sei nur über eine verpflichtende und eindeutige Kennzeichnung kritischer Lebensmittel bis hin zu Werbeverboten zu erreichen.

„Präventive Maßnahmen müssen immer in diesen zwei Dimensionen betrachtet werden und nur eine Kombination beider Maßnahmen kann die weltweite Diabetes-Pandemie aufhalten“, konstatiert Rubin.

„Eine kürzlich veröffentlichte Studie zu Ernährungsformen zeigte, dass bei einem Diabetes Typ 2 zwei Diätmodelle gute Wirkung erzielen: Low-Carb und traditionell-mediterrane Diät“. Die Expertin begrüßt, dass Fachgesellschaften das Low-Fat-Dogma 2018 verlassen haben. „So sei die Annahme, dass eine ausnahmslos kohlenhydratreiche Ernährung mit weniger als 30 Energieprozent Fett erfolgsversprechend oder gesund ist, überholt: Gesättigte Fette sind nach gegenwärtiger Datenlage nicht mit dem Diabetesrisiko assoziiert“, führt Rubin aus. Bei neuen Diätmodellen müsse zudem auch immer die Bereitschaft des Patienten zur aktiven Mitwirkung berücksichtigt werden: „Was gut ist, muss nicht jedem gut schmecken“, betont Rubin. Die mediterrane Diät kommt beispielsweise bei Nordeuropäern häufig nicht gut an, und Fleischesser wollen nicht plötzlich vegetarisch leben. Es ist demnach wichtig Mahlzeiten und ihre Inhalte regionaltypisch abzuwandeln – beispielsweise statt Olivenöl, Rapsöl. „Es gilt folglich den Speiseplan für alle Zielgruppen entsprechend attraktiv zu gestalten“, so Rubin.

Letztendlich muss aber jeder einzelne Betroffene selbst über Ernährungs- und Lebensstiländerungen, insbesondere auch mittels regelmäßiger Bewegung und Sport, aktiv gegen seine Diabetes-Erkrankung vorgehen.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft 

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