Schlaf gilt als die beste Medizin. Dass dies mehr als eine Volksweisheit ist, zeigt auch die Wissenschaft. US-Forscher wiesen in einer Studie nach, wie sehr gesunder Schlaf das Risiko für Herzschwäche senkt.

(fm) Wie US-Forscher jetzt herausfanden, haben Erwachsene mit gesunden Schlafgewohnheiten ein um 42 Prozent geringeres Risiko für Herzversagen als Erwachsene mit ungesunden Schlafgewohnheiten. Als gesund gelten der Studie zufolge sieben bis acht Stunden Schlaf täglich sowie ein Schlaf ohne Schnarchen und Schlafprobleme. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Circulation“ der American Heart Association veröffentlicht.

26 Millionen Menschen weltweit von Herzschwäche betroffen

Von einer Herzinsuffizienz – oder einer Herzmuskelschwäche – sind weltweit mehr als 26 Millionen Menschen betroffen. Weil das Herz dabei zu schwach ist, kann es nicht mehr genügend Blut in den Körper pumpen. Dies führt zu langfristigen Schäden bis zum Herztod. Herzinsuffizienz gehört wie auch Schlaganfälle und Herzinfarkte zu den Herz-Kreislauferkrankungen, die in Deutschland als Todesursache Nummer 1 gelten.

Forscher untersuchten Schlafqualität

Für ihre Studie analysierten die Forscher der Tulane University in New Orleans Daten von knapp 410.000 Menschen im Alter von 37 bis 73 Jahren. Die Daten der britischen Biobank sind im Zeitraum von 2006 bis 2019 erhoben worden. Über 5.200 Probanden hatten eine Herzinsuffizienz. Die Wissenschaftler untersuchten sowohl die Schlafqualität als auch die allgemeinen Schlafmuster. Um die Schlafqualität zu ermitteln, maßen sie Schlafdauer, Schlaflosigkeit, Schnarchen sowie andere schlafbezogene Merkmale, zum Beispiel, ob ein Teilnehmer ein Frühaufsteher oder eine Nachteule war und ob er tagsüber schläfrig war.

Risiko niedriger ohne Schlafstörungen und bei Frühaufstehern

Allein die Abwesenheit von Schlafstörungen führt zu einem 17 Prozent niedrigeren Risiko, an Herzinsuffizienz zu erkranken. Umgekehrt reicht allein der Schlaf von sieben bis acht Stunden täglich aus, um das Risiko einer Herzschwäche um zwölf Prozent zu minimieren.
Das wohl erstaunlichste Details wurde bei den Frühaufstehern gefunden: Selbst wenn diese nicht lange schlafen und Schlafstörungen haben, senkt allein das frühe Aufstehen das Risiko einer Herzschwäche um acht Prozent. Die Grenzen der Studie liegen nach Angaben der Wissenschaftler in möglicherweise nicht gemessenen oder an die Ergebnisse angepassten Einflussfaktoren der Herzinsuffizienz. Demgegenüber stehe jedoch die große Stichprobengröße sowie das Studiendesign.

Quelle: AHA Journals  CIRCULATION (Originalstudie)

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