Übungen wie Liegestütze und Kniebeugen sowie Gewichtstraining mit Hanteln oder an Geräten dienen dem Aufbau und Erhalt von Muskeln. Mehr und mehr Studien legen nahe, dass ein derartiges Krafttraining mindestens genauso wichtig für die Gesundheit ist wie etwa Laufen, Radfahren oder andere Arten des Ausdauertrainings.

Wer seine Muskeln trainiert, lebt im Schnitt gesünder und länger

(fm) Nicht einmal 1/5 aller Europäer kommt einer neuen Studie zufolge auf den empfohlenen Trainingsumfang von mindestens 2 Tagen pro Woche. Besonders wenig wird demnach im Süden und Osten Europas Sport getrieben, Deutschland befindet sich auf Platz 6 der 28 untersuchten Länder.

So wurden regelmäßige Muskelaufbauübungen unter anderem mit einem geringeren Risiko für Diabetes, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Entsprechend heißt es in den Empfehlungen für Bewegung und Bewegungs­förderung: „Erwachsene sollten zusätzlich zu aerober körperlicher Aktivität, eine Muskeltraining mindestens 2x pro Woche durchführen.“ Auch die gerade veröffentlichten Aktivitätsempfehlungen der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) raten zu diesem Umfang an Krafttraining, vor allem für Senioren.

Eine Studie der University of Southern Queensland, Springfield, Australien, zeigt nun aber, dass die wenigsten Erwachsenen in Europa dieser Empfehlung Folge leisten. Hier wurden 280.600 Datensätze der zweiten Runde der europäischen Gesundheitsumfrage EHIS (European Health Interview Survey) analysiert, die 2013 und 2014 in allen EU-Mitgliedsländern sowie Island und Norwegen erfolgte. De Analyse konzentrierte sich auf Teilnehmer über 18 Jahren.

Nordeuropa ist am kräftigsten

Ergebnis: Nur 17,3 Prozent der Befragten gaben an, an 2 oder mehr Tagen pro Woche Krafttraining zu betreiben. Die fleißigsten Sportler gab es dabei im Norden Europas (Schweden, Dänemark, Finnland), am niedrigsten waren die Zahlen in Rumänien, Polen, Malta, und Kroatien.

Zudem wurde festgestellt, dass ein höheres Lebensalter, wenig Ausdauer­training und geringeres Einkommen oder Bildung mit einer geringeren Wahrscheinlich­keit einhergingen, ausreichend die Muskelkraft zu trainieren. Übergewicht oder Fettleibigkeit sowie die Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes als schlecht wirkten sich ebenso negativ aus. Frauen betrieben insgesamt weniger Krafttraining als Männer.

Quelle: JOURNAL PLOS ONE (Originalstudie)

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