Die Berichte über myokardiale Inflammation nach einer Covid-19 Erkrankung häufen sich. Myokarditis stellt ein Risiko für plötzlichen Herztod bei Leistungssportlern dar, daher untersuchten Forscher junge Athleten nach asymptomatischen oder mild verlaufenden Covid-19 mittels einer umfassenden kardialen Magnetresonanztomographie.

[jr] Myokarditis ist eine der wesentlichen Ursachen für plötzlichen Herztod im Wettkampfsport. Dieser kann auch bei einer normalen ventrikulären Funktion auftreten. Inzwischen häufen sich die Berichte über die Gefahr einer myokardialen Inflammation nach COVID-19. Dies konnte auch bei asymptomatischen oder mild symptomatischen Patienten beobachtet werden. Aus diesem Grund untersuchte ein Forscherteam nun mittels des bildgebenden Verfahrens der kardialen Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) bei Wettkampf-Sportlern nach Covid-19, ob sie Anzeichen einer myokardialen Inflammation zeigten.

Im Rahmen ihrer Analyse untersuchten die Wissenschaftler  insgesamt 26 Sportler, die zwischen Juni und August 2020 mit einer SARS-CoV-2-Infektion in die Sportklinik überwiesen wurden. Hierzu führten sie eine umfassende kardiale MRT-Untersuchung mit T1- und T2-Mapping im 1,5 Tesla-Scanner durch. Am Tag des MRT-Scans wurden zusätzlich ein EKG und ein Echokardiogramm durchgeführt sowie Troponin I im Serum gemessen. Die Untersuchung wurde nach Ende der jeweiligen Quarantäne durchgeführt (11-53 Tage).

Kardialer Befund trotz asymptomatischem Verlauf

Die Forscher untersuchten 26 College-Sportler (Football, Fußball, Lacrosse, Basketball und Leichtathletik) mit einem durchschnittlichen Alter von 19,5 Jahren (15 Männer). Keiner der jungen Athleten musste im Krankenhaus behandelt werden oder benötigte antivirale Medikamente. 12 Athleten (26,9 %, darunter 7 Frauen) berichteten von milden Symptomen während der kurzen Infektion, etwas Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Muskelschmerz und Fieber. Die übrigen Sportler waren asymptomatisch. EKG, Ventrikelvolumen und Funktion im Echokardiogramm waren  unauffällig. Keiner der Patienten zeigte erhöhte Troponin I-Werte im Serum.

Von den 26 Wettkampf-Athleten zeigten sich bei vier Patienten (15 %, alle männlich, zwei asymptomatisch, zwei Kurzatmigkeit) Befunde im kardialen MRT, die auf eine Myokarditis deuteten. Ein Myokard-Ödem, erkennbar durch ein erhöhtes T2-Signal, und eine Myokard-Verletzung, erkennbar anhand eines nicht-ischämischen späten Anstiegs des Kontrastsignals (LGE, late gadolinium enhancement). Perikardeffusion lag bei zwei dieser Sportler vor. Bei acht weiteren Athleten (30,8 %) war LGE ohne T2-Erhöhung zu sehen. Dies ist ein möglicher Hinweis auf eine frühere Myokard-Schädigung.

Sicherheitscheck für Athleten

Die Autoren schreiben, dass ein Herz-MRT somit das Potenzial hat, eine Kohorte mit hohem Risiko für gesundheitlich sehr bedenkliche Folgen zu identifizieren. Zudem könnten Athleten nach COVID-19 damit einen Sicherheitscheck für ihren intensiven Sport erhalten, da die kardiale MRT geeignet ist, Myokarditis mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

Beteiligung des Herzens

Inzwischen ist bekannt, dass eine Beteiligung des Herzens bei COVID-19 nicht selten ist. Experten betonten daher kürzlich, dass 2 Wochen Erholung ohne folgenden Herztest bei asymptomatischen und ein EKG und Echokardiogramm bei Infizierten mit milden Symptomen erfolgen sollten, bevor die Athleten nach COVID-19 zu Wettkampfsportarten zurückkehren (Phelan et al., 2020).

Nach neuestem Wissensstand könnte diese Empfehlung zu kurz gegriffen sein. MRT-Hinweise auf Myokardinflammation sind mit schlechterem Verlauf, beispielsweise myokardialer Dysfunktion und erhöhter Sterblichkeit assoziiert, zitieren die Autoren eine weitere Studie (Gräni et al., 2017).

Rückkehr in aktiven Wettkampfsport

Die Hinweise auf mögliche Herzschäden durch COVID-19 bei Athleten sollten daher in Studien genauer untersucht und im Vergleich zu Kontrollgruppen analysiert werden. Die Entscheidung für oder gegen eine Rückkehr in den aktiven Wettkampfsport oder eine medizinische Empfehlung für eine längere Erholungspause könnte durch das bildgebende Verfahren der kardialen MRT wesentlich gestützt werden und so womöglich die Sicherheit der Wiederaufnahme des Trainings nach COVID-19-Erkrankung gewährleisten.

 

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Quelle: Deutsches Gesundheitsportal, Originalstudie