Obwohl die Mehrheit der NFL-Spieler schwarz ist, gab es bisher noch keinen schwarzen Präsidenten. Nun übernimmt der ehemalige NFL-Runningback Jason Wright das Amt beim Washington Football Team und schreibt damit Geschichte.

[jr] Es gibt 32 Teams in der NFL und keines davon hatte je einen schwarzen Präsidenten oder CEO. Das Washington Football Team hat nun den ersten schwarzen Präsidenten vorgestellt. Jason Wright  übernimmt somit die Position von Bruce Allen, welcher nach der letzten Saison aus sportlichen Gründen entlassen wurde.

NFL im Wandel

Laut einer Diversitätsstudie der University of Central Florida letzten Jahres lag der Anteil von schwarzen Spielern in der NFL bei 58,9 Prozent. Trotzdem sind Afroamerikaner generell nicht in höheren Positionen, wie zum Beispiel als Cheftrainer oder Manager, vertreten. Schwarze Quarterbacks waren lange eine Ausnahme, doch mittlerweile entwickelt sich eine neue Generation schwarzer Spielmacher.

„Für jeden People of Color ist es von Bedeutung, wenn du der Erste von etwas bist“, so Wright zur „New York Times“. „Diese Organisation durchläuft einen umfassenden Wandel an mehreren Fronten“, sagte er. „Es wird eine sehr herausfordernde, aber aufregende Zeit.“

Wright beendete seine Profi-Karriere 2011, um an der University of Chicago Business Administration zu studieren. Er wird für die Bereiche Betrieb, Finanzen, Verkauf und Marketing verantwortlich sein. „Die Tatsache, dass ich zufällig schwarz und die am besten geeignete Person dafür bin, ist ein Ansporn“, so der 38-Jährige in der Nachrichtensendung „Good Morning America“.

Turbulente Zeiten

Das Team der Hauptstadt hat eine ereignisreiche Offseason hinter sich. Im Rahmen der „Black Lives Matter“-Proteste forderten auch zunehmend mehr Fans und Sponsoren die Abänderung des alten Namens „Washington Redskins“, gegen den amerikanische Ureinwohner bereits jahrelang kritisierten. Im Juli hatte das Team angekündigt diesen abzulegen und sich übergangsweise Washington Football Team zu nennen, bis ein neuer Name feststeht.

Fast zeitgleich berichteten 15 Frauen, welche früher für das Team beschäftigt waren, in der „Washington Post“ von jahrelangen sexuellen Belästigungen und verbalem Missbrauch, woraufhin drei Mitglieder der Chefetage und der Scouting-Abteilung gingen.

Teambesitzer Daniel Snyder möchte neue Wege einschlagen: „Diese Geschichte hat mich in meinem Bestreben bestärkt, eine neue Kultur und einen neuen Standard für unser Team zu setzen.“

 

 

 

Quelle: Spiegel Online