Die US-Anti-Doping-Agentur USADA sprach vom „anspruchvollsten, professionellsten und effizientesten Doping-System in der Geschichte des Sports.“ In der neuen zweiteiligen Dokumentation über Lance Armstrong „30 for 30“ gesteht der ehemalige Radsport-Star nun, dass er wohl schon mit 21 Jahren gedopt hat und das auch noch vollbewusst.

Regisseurin Marina Zenovich zeigt in ihrer Dokumentation ein Bild des ehemaligen Radsport-Idols, das man so noch nicht zu sehen bekommen hat.
In mehreren Interviews spricht Lance Armstrong über seine Kindheit, die geprägt war von körperlicher Gewalt durch seinen Stiefvater, aber auch wie er vom Triathlon zum Radsport wechselte und wohl keine große Überraschung, wie er mit etwa 21 Jahren mit dem Doping anfing.

Schaden für den Radsport

Mittlerweile steht der 48-jährige zu seinen Lügen und sagt immerhin, sein Verhalten als Anführer eines ganzen Sports täte ihm leid, jedoch würde er an der Vorgehensweise während der Aufklärung des Doping-Skandals nichts ändern. Somit geht es in erster Linie um ihn und um die Konsequenzen, die er tragen musste und weniger um den daraus resultierenden Schaden für den ganzen Radsport.
So hat er auch heute noch kein Verständnis dafür, dass sein ehemaliger Teamkollege Floyd Landis gegen ihn ausgesagt hat und bleibt wütend: „ Das ist unverzeihlich.“

Ungerechtigkeit

Armstrong spricht auch über seinen Freund Jan Ullrich. Beide seien seiner Meinung nach ungerecht behandelt worden, im Vergleich mit anderen. Sie wären zerstört worden und würden geächtet werden. Über David Lappartient, den Präsidenten des Radsportweltverbands hat er sich vor Jahren bereits mockiert: „Frühere Doper haben keinen Platz im Radsport.“ Das sieht nun jedoch etwas anders aus. Der Däne Bjarne Riis dopte selbst als Fahrer. Zudem gab er zu, Doping als CSC-Manager mindestens geduldet zu haben.

Ganz so Unrecht hat Armstrong also nicht mit seiner Aussage. Vor allem nicht, wenn man sich die heutigen Teams des Pelotons ansieht:

  • Alexander Winokurow, der 2007 beim Fremdblutdoping erwischt wurde und Jan Ullrich‘s ehemaliger Teamkollege ist, managt die Mannschaft Astana.
  • Jonathan Vaughters ein ehemaliger Armstrong-helfer arbeitet als Manager bei Education First.
  • Erik Zabel war zuletzt Performance Manager bei Katusha-Alpecin.
  • Rolf Aldag war bis Anfang des Jahres 2020 Manager bei Dimension Data. Darüberhinaus gibt es einige andere, wie zum Beispiel der Teamchef Eusebio Unzue, die vom Doping angeblich nichts wussten.

 

Der erste Teil der Dokumentation kann über ESPN gestreamt werden. Der zweite Teil wird am 31. Mai ausgestrahlt.

 

 

 

Quellen:

ESPN, Spiegel Online

 

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