Wie gehts in MV weiter? Seit dieser Woche dürfen Außensportanlagen wieder öffnen.

[sh] In Mecklenburg-Vorpommern sind Sportplätze und Sportaußenanlagen für den Individualsport und für das Training zu zweit seit dieser Woche freigegeben. Auch Tennis- und Golfplätze sowie Outdooranlagen können wieder benutzt werden. Wir haben bei der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern nachgefragt, was hinter der Entscheidung steckt und was das für andere Bundesländer bedeutet.

Warum diese Entscheidung?

Weil Wissenschaftler ausdrücklich individuellen Sport und Bewegung an der frischen Luft unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln als sinnvoll und gesundheitsfördernd erachten. Durch die geringe Bevölkerungsdichte in MV ist es auch leichter möglich, Abstand zu halten und individuell Sport zu treiben.

Wurden über die o.g. Entschlüsse weitere gefasst?

Ja, Spitzenathletinnen und -athleten aus Mecklenburg-Vorpommern können ausgewählte Sportanlagen zu Trainingszwecken nutzen. Das hat die Landesregierung auf Initiative von Sportministerin Stefanie Drese beschlossen. Die Regelung umfasst Athletinnen und Athleten des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Deutschen Behindertensportverbandes mit dem Status Bundeskader sowie Spitzenathletinnen und Spitzenathleten, die mit dem Sport ihren überwiegenden Lebensunterhalt bestreiten. Für diesen Personenkreis kann nach Angaben der Ministerin der Zugang zu aktuell für das Training notwendigen Sportanlagen unter Einhaltung der Abstandsregelungen und Hygienevorschriften durch die zuständige Behörde zugelassen werden.

Darüber hinaus hat das Kabinett eine Klarstellung des Betriebs in Sportboothäfen vorgenommen. Erlaubt sind in Sportboothäfen der Zutritt des verantwortlichen Betreibers oder Eigentümers unter Berücksichtigung des Kontaktverbots, um das betreffende Wasserfahrzeug ins Wasser zu verbringen, zu warten, zu sichern, sich dort aufzuhalten oder zu übernachten, auf Gewässer zu fahren und vom Wasserfahrzeug aus zu angeln und ähnliche Betätigungen auszuführen. Nicht gestattet sind die Vermietung von Wasserfahrzeugen, Regattafahrten und gemeinschaftliche Feierlichkeiten in Sportboothäfen.

Welche Regeln gelten für die Aktivität draußen?

Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln; maximal zu zweit bzw. im Familienverbund; umziehen/duschen zuhause.

Hamburg stellte Anfang der Woche ein Positionspapier vor. Darin geht es ebenfalls um die Wiedereröffnung von Sporteinrichtungen. Wie bewerten Sie diese Vorschläge?

Grundsätzlich positiv. Allerdings gibt es in Mecklenburg-Vorpommern noch kein Schulsport und auch keinen regulären Vereinssport. Hier wollen wir uns schrittweise herantasten.

Sie nehmen mit den Freigaben von Außen-Sportanlagen eine Vorreiterrolle ein. Ist solch ein Konzept aus Ihrer Sicht auch in weiteren Bundesländern umsetzbar?

Ja, wobei das in Flächenländern leichter umsetzbar ist.

Wir sammeln Erfahrungen und wollen auf der Basis über weitere Lockerungen (Vereins- und Schulsport) entscheiden. Das kann aber nur schrittweise erfolgen.

Wie lautet ihr Standpunkt zur Wiedereröffnung von Fitness-Studios? Ist dies zügig möglich? Wenn ja/nein warum?

Im Moment ist es in MV nicht möglich. Auch hier warten wir die Entwicklung ab.

Was wäre aus Ihrer Sicht in Bezug auf Personal Training sinnvoll?

Individueller Sport draußen oder drinnen (Online-Sportkurse) sind sinnvoll.

Bei der Konferenz der Sportministerien standen auch Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga auf der Agenda. Ist eine Umsetzung wahrscheinlich?

Das wird auf Basis des Konzeptes der DFL zu entscheiden sein. Für MV-Sportministerin Drese muss aber klar sein, dass die Fußball-Bundesliga der Allgemeinheit keine Testkapazitäten entzieht.

 

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