Die MHP Riesen stehen in der aktuellen Saison auf Platz 2 der Tabelle. Sie sind eines von zehn Teams, die die Basketballsaison während der Pandemie zu Ende bringen möchten. Im Interview gaben sie uns Einblicke, wie das gehen soll. Außerdem verrieten sie, welche Meilensteine noch anstehen und warum Solidarität ein tragender Faktor ist.

[sh] Die Basketballsaison soll weitergeführt werden. In Anbetracht, dass andere Sportarten wie etwa Eishockey oder Handball das Saison-Aus verkündet haben, überrascht die Entscheidung. „Im Handball ist die Situation zwar ähnlich aber wir haben uns anders entschieden. Wir haben gesagt, es ist in unserem Interesse die Saison für die Fans, Sponsoren, Medien und anderen Gruppen weiterzuführen. Gleichzeitig möchten wir unseren Mitarbeitern eine Perspektive schaffen. So haben wir uns in Absprache mit allen Bundesliga Clubs für ein angepasstes Format entschieden“, sagt Lukas Robert, Pressesprecher der MHP Riesen. Die Basketballbundesliga (easy credit BBL) hat sich unter anderem auch für ein alternatives Spielkonzept entschieden, da man auch nicht sagen kann, wann diese Ausnahmesituation beendet sein wird. Im Hinblick auf die kommende Saison bietet das auch eine Möglichkeit, um alternative Konzepte aufzustellen.

Zehn Teams

Geplant ist, dass zehn Teams die Saison bestreiten. Das sind: München, Ludwigsburg, Crailsheim, Berlin, Oldenburg, Vechta, Bamberg, Göttingen, Ulm und Frankfurt. Für die verbleibenden Teams ist die Saison beendet. Die Spiele finden an einem Austragungsort ohne Zuschauer statt. Wo das genau sein soll, entscheidet sich voraussichtlich nächste Woche.

Die Liga ist sich einig

Alle Teams haben sich einstimmig für die Weiterführung der Saison ausgesprochen. Auch wenn sich nicht alle für eine aktive Teilnahme entschieden haben: Es wird in dieser Saison keinen Absteiger geben, weder bei den spielenden noch den nicht-spielenden Clubs.

Spielmodus

Die Clubs werden in je zwei Gruppen à fünf Teams unterteilt. In der Gruppenphase spielt jeder gegen jeden. Dann wird es ein Viertelfinale, Halbfinale und natürlich Finale geben. Die modifizierten Play-offs sollen innerhalb von drei Wochen bestritten werden.

Hygienekonzept

Aktuell liegen verschiedene Varianten für ein Hygienekonzept vor und die Liga arbeitet diese aus. Das geschieht vornehmlich über die BBL, die das Hygienekonzept bei den zuständigen Behörden zeitnah vorlegen wird. „Testungen werden auch Teil davon sein. Dadurch, dass es sich im Gegensatz zur Fußballbundesliga um weniger Club und Spieler handelt, ist das schon mal einfacher. Hinzukommt, dass das Reisen entfallen wird“, informiert Lukas Robert.  Am Montag ist das nächste Gespräch dazu angesetzt.

Reaktion der Spieler und Trainer

Der Headcoach John Patrick habe sich sehr gefreut, dass die Saison weitergeht. Bei den Spielern fielen die Reaktionen gemischt aus, was aber wie bei jedem anderen Berufstätigen an der privaten Gesamtkonstellation liegt. Jemand, der Single ist und kaum Verpflichtungen hat, begrüßt die Entscheidung eher, als Spieler mit Kindern und Familie. „Ich liebe zwar Basketball, aber ich muss erst einmal den Spielplan kennen und sehen wie ich alles organisiert bekomme“, beschreibt Lukas Robert die Reaktion. „Alle eint, dass wir eine sehr gute Saison gespielt haben“.

Momentan befinden sich sieben Mitspieler der Riesen in den USA. „Dazu laufen aktuell Gespräche. All unsere Spieler haben gültige Verträge und wir setzen darauf, dass alle Spieler spielen wollen. Sollte dies aus organisatorischen oder persönlichen Gründen nicht möglich sein, muss man sich eine individuelle Lösung überlegen“, heißt es aus Ludwigsburg.

Finanzielle Situation

Im Basketball ist der Anteil der Sponsorings deutlich höher als im Fußball. Daher wirtschaften die Basketballclubs anders. „Die Kommunikation mit den Sponsoren war dementsprechend sehr wichtig“, sagt Lukas Robert. Die Zeit der finanziellen Unplanbarkeit wird bei mehreren Bundesligaclubs durch verlässliche Partner, zu denen Sponsoren und auch die Fans zählen, sehr unterstützt. „Wir in Ludwigsburg haben die Kampagne „Solidaritäter“ gestartet. Von großen Firmen bis zur Einzelperson haben wir unsere Solidaritäter aufgelistet und es wird verschiedene Aktionen geben“, so Robert weiter. Auch intern scheint man in Ludwigsburg das Wort Solidarität großzuschreiben. Laut Robert haben Teile des Personals der Kurzarbeit zugestimmt und Spieler verzichten auf einen Teil ihres Gehalts.

 

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