Sie setzen damit ein deutliches Zeichen. Sowohl die Weltmeister als auch die Olympiasieger gehen beim Weltcup dieses Wochenende nicht an den Start. Der Grund: der Zustand der Bahn.

Zu hohes Risiko

[jr] Trotz tagelanger Bemühungen ist der Eiskanal spiegelglatt und das Sturzrisiko ist extrem hoch. Die deutschen Rennrodel-Doppelsitzer haben sich deshalb dazu entschlossen beim Weltcup an diesem Wochenende in Winterberg nicht zu starten.

Sowohl die siebenfachen Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken als auch die Vierfach-Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt und Robin Geueke/David Gamm gaben dies auf Instagram bekannt.

 

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Jubel und Tränen Wir möchten euch heute darüber informieren, dass wir, das deutsche Doppelaufgebot um @tobias_wendl.tobias_arlt, @the_dudes_on_ice und uns, entschieden haben nicht am vorletzten Weltcuprennen in Winterberg zu starten. Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, vor allem im Hinblick auf euch, unsere Fans und darauf, dass sie auch die am Sonntag stattfindende Teamstaffel betreffen wird und damit den Gesamtstand erheblich beeinflusst. Wir sind Rennfahrer und unser Herz schlägt für diesen Sport. Wir lieben das Adrenalin und den Nervenkitzel und wir lieben es um den Sieg zu fighten. Vor einem Jahr sind wir Weltmeister auf dieser Bahn geworden. Gewinnen – dass ist es, was wir wollen. Aber nicht um jeden Preis! Aus unserer Sicht lässt der momentane Eisausbau eine Fahrt im Doppelsitzer nur mit einem weit über das Normalmaß erhöhten Risiko zu. Wir haben es probiert… Ob andere Athleten das auch so sehen, ist unklar. Ob andere Nationen folgen, ebenso. Aber darum geht es nicht. Wir haben diese Entscheidung, nach dem wir es zwei Tage immer wieder probiert haben, getroffen und zu der stehen wir und lassen uns gleichwohl auf den großen Showdown am kommenden Wochenende in Königssee ein. -> An die angereisten Fans und vielen helfenden Ehrenamtlichen. Es tut uns leid und wir hoffen dass wir uns schon bald wieder sehen. Euer Toni und Sascha

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Stürze im Training

Dieser Sportler-Boykott stellt ein „First“ dar. Die Athleten begründen ihre Entscheidung mit Sicherheitsbedenken und werden dabei von Bundestrainer Norbert Loch, als auch Co-Trainer Torsten Görlitzer unterstützt. Das Team Eggert/Benecken schreibt auf Instagram:  „Aus unserer Sicht lässt der momentane Eisausbau eine Fahrt im Doppelsitzer nur mit einem weit über das Normalmaß erhöhten Risiko zu. Wir haben es probiert …“. Und bei einem dieser Versuche im Training sind sie gestürzt, hatten dabei aber Glück im Unglück und verletzten sich nicht. Stephan Fedorow kam nicht so glimpflich davon und brach sich bei einem Sturz das Bein.

Rückenwind

Auch vom Verband bekamen sie den Rücken gestärkt:  „Da ich gerade bei der Bob- und Skeleton-WM in Altenberg bin, kann ich mir vor Ort selbst kein Bild machen“, sagte BSD-Geschäftsführer Thomas Schwab der Deutschen Presse-Agentur: „Aber wir haben ein erfahrenes Trainer- und Betreuerteam in Winterberg vor Ort, und sie haben gestern Abend gemeinsam mit den Athleten entschieden, den Weltcupstart abzusagen. Sie haben unser vollstes Vertrauen, und wir als BSD stehen voll und ganz hinter ihrer Entscheidung.“

Mittlerweile hat sich auch das gesamte österreichische Team dem Boykott angeschlossen.

Startpunkt-Verlagerung

So wie es momentan aussieht, soll der Weltcup jedoch trotzdem stattfinden.

Der Plan der Veranstalter ist, den Startpunkt der Männer am Samstag, den 22.02.2020 auf den tiefer gelegenen Frauen-Start zu verlagern. Die Frauen am Samstag (22.02.2020) und auch die Doppelsitzer am Sonntag (23.02.2020) sollen vom noch tiefer gelegenen Doppelsitzer-Start starten. Sollte trotz dieser Maßnahmen die Geschwindigkeit in der Eisrinne gleichbleiben, gäbe es noch die Möglichkeit den Startpunkt auf den Junioren-Start zu verlegen.

 

Quelle: Süddeutsche Zeitung

 

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