Bald könnte der Traum von einer Vierschanzentournee auch für die Skisprung-Frauen wahr werden. Neben dem Klimawandel ist die Einführung der Tournee Thema beim im Mai anstehenden FIS-Kongress in Royal Cliff.

Klimawandel im Wintersport

Der Klimawandel macht auch vor dem Wintersport nicht halt. Erst am Wochenende musste der Skisprung-Weltcup in Willingen aufgrund des Orkantiefs „Sabine“ abgesagt werden. Laut Experten müssen wir künftig mit mehr Extremereignissen dieser Art rechnen.

Auch die FIS (Fédération Internationale de Ski) macht sich Gedanken bezüglich des Klimawandels. „Der Klimawandel ist Tatsache“, sagte FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis zum Deutschlandfunk. Die Nachhaltigkeit im Sport spiele eine wichtige Rolle bei der FIS. Es sei ein Thema, mit dem man sich intensiv auseinandersetzt. Auch beim im Mai anstehenden FIS-Kongress ist die Nachhaltigkeit des Wintersports auf der Agenda. Im Verband sei man sehr darauf bedacht, beim Thema Transport Alternativen zu nutzen. „Die FIS hat Richtlinien vorgegeben, um die Umwelt zu schützen.“ Im Zuge des Umweltschutzes könnte es in Zukunft weniger, aber dafür größere Weltcups geben. „Wir sind sehr sensibilisiert dafür. Wir erleben die Situationen da draußen. Wir möchten, dass unser Sport auch in 100 Jahren durchgeführt wird. Das heißt, wir müssen uns engagieren.“

Im gleichen Atemzug erwähnt Lewis jedoch, dass der Wintersport auch eine große Bedeutung für die Menschen habe, denn er gebe ihnen die Möglichkeit sich physisch zu bewegen und an frischer Luft Sport zu treiben. Auch biete der Tourismus für einige Kommunen die einzige wirtschaftliche Existenz in ihrer Region und sichere Jobs und Arbeitsplätze, so Lewis.

Frauen-Schanzentournee

Seit geraumer Zeit gibt es sowohl den Wunsch als auch die Unterstützung aller vier Organisatoren der Vierschanzentournee eine Damen-Tournee mit den Herren einzuführen. Die Voraussetzungen hierfür sind definitiv gegeben und der Wille scheint auch vorhanden zu sein.
Frauen springen bei den Nordischen Weltmeisterschaften seit 2009 um Medaillen, jedoch bisher nur von der Normalschanze.
Das soll sich ändern. Die FIS-Generalsekretärin kündigte an, dass bei der Nordischen Ski-WM für die Skispringerinnen ein Wettbewerb von der Großschanze eingeführt werden soll. Die nächste WM findet 2021 in Oberstdorf statt. „Wir haben gesehen, dass die sportliche Entwicklung so weit gekommen ist, dass das Level im Weltcup sehr hoch ist. Mehrere Nationen haben Springerinnen, die für eine hohe Dichte sorgen. Gerade durch die Erfahrungen der laufenden Saison wissen wir, dass die Leistung auf jeden Fall dafür reif ist.“

Präsident der Vierschanzentournee Johann Pichler sprach im Januar davon, dass die Frauen-Tournee in „zwei, drei Jahren“ Premiere feiern könnte. Am 15. April treffen sich die vier Organisatoren in Innsbruck und beraten über die Zukunft der Tournee.

 

 

 

 

 

 

Quellen:

Kölner-Stadtanzeiger, Deutschlandfunk, Skispringen.com