Seit dieser Woche ist der Kampf um die Medienrechte der Bundesliga entbrannt. Es geht um die Ausschreibung der Rechte von 2021/22 bis 2024/25. Voraussichtich im Mai fällt die Entscheidung, wer das Rennen macht.

Pokerface

[jr] Es gibt so viele Bewerber wie noch nie. Bei der letzten Runde haben die Vereine 1,2 Milliarden Euro pro Saison in die Tasche gesteckt. Und sie wollen mehr. Deshalb rechnet Bayern-Chef Karl-Heinz Rumenigge mit einem „Schritt nach oben“ und setzt im übertragenen Sinne ein gutes Pokerface auf. Neben den bisherigen Rechteinhabern Sky und DAZN werden wohl auch Amazon, das sich kürzlich überraschenderweise Teile der Champions League-Rechte ab 21/22 gesichert hat, und die Telekom mitbieten. Die üblichen Verdächtigen wie Apple, Google oder Netflix einmal ganz außen vorgelassen.

Abo-Chaos

Christian Seifert, Geschäftsführer der DFL würde ein Abo-Chaos jedoch gern vermeiden. „Wenn man drei Abos benötigt, um die Bundesliga komplett zu konsumieren, würde das die Schwelle des Erträglichen aus unserer Sicht stark strapazieren. Aber das entscheiden wir nicht allein.“ Diesmal ist das Bundeskartellamt involviert und besteht darauf, dass nicht ein Anbieter alleine alle Pakete erwerben darf. Insgesamt soll es vier Rechtepakete für Liveübertragungen geben. Diese sind aufgeteilt nach Konferenz/Einzelspielen und nach den verschiedenen Sendeterminen von Freitag bis Sonntag. Ob die Sportschau, die bisher eine zeitnahe Berichterstattung durchgeführt hat, mit von der Partie sein wird, muss sich noch zeigen. Das Format verliert zunehmend Marktanteile, vor allem bei der relevanten Zielgruppe der 14 bis 49-jährigen.

Weniger Zuschauer

Der Trend ist eine Abkehr von den öffentlich-rechtlichen Sendern. Grund ist der zunehmend steigende Preis der Medienrechte, den sich die öffentlich-rechtlichen Sender schlichtweg nicht mehr leisten können. Schon seit letzter Saison ist die Champions League nicht mehr im ZDF zu sehen und der Privatsender RTL sicherte sich die Rechte an den EM-Qualifikationsspielen der deutschen Nationalmannschaft. Immerhin verbleibt die Live-Übertragung der kommenden EM- und WM-Spiele bei ARD und ZDF. Viele Vereinsvertreter beobachten die gesamte Entwicklung mit kritischen Augen. Die zunehmende Ausstrahlung über Pay-TV verursacht nämlich einen Rückgang der Einschaltquoten und das wiederum schätzen die Sponsoren nicht.

Großer Verlierer?

Aber nicht nur die öffentlich-rechtlichen Sender stehen zunehmend unter Druck. Auch der Pay-TV-Sender Sky gerät mehr und mehr in die Bredouille, nachdem der Sender Amazon und DAZN beim Bieten um die Champions League-Rechte im letzten Jahr unterlegen war. Um jetzt und in Zukunft überleben zu können muss sich der Sender umfassende Bundesligarechte sichern. Hierbei geht es jedoch um noch höhere Beträge als bei der Champions League-Vergabe. Ob Sky als großer Verlierer aus der Pokerrunde ausscheidet bleibt abzuwarten. Und falls ja auch, wie die Zukunft der einstigen Nummer 1 für Sportfans aussehen wird.
Sicher ist, mit den verlorenen Champions League-Rechten hat sich Sky ein schönes Sümmchen gespart das es jetzt anderweitig verwenden könnte.

 

Mehr zum Verteilungsschlüssel der Vereine könnt ihr hier nachlesen.

 

Quellen:

 

Süddeutsche Zeitung, FAZ