Es sind die schlimmsten Buschbrände in der Geschichte Australiens. Seit Wochen brennt es in „Down Under“ und die Welt muss gezwungenermaßen zusehen. Nun steht mit der Australian Open das erste große Tennisevent der Saison an. Die Qualifikationsspiele laufen unter teilweise besorgniserregenden Bedingungen ab.

Luftqualität

Normalerweise sorgt der Start der Tennis-Saison mit dem von Roger Federer einst so getauften Happy-Slam für gute Stimmung. Happy-Slam deswegen, weil es laut Federer „das angenehmste Turnier für die Spieler ist“. Dieses Jahr jedoch sieht das alles ganz anders aus. Die andauernden Buschfeuer zerstören ganze Lebensräume und beeinträchtigen die Luftqualität massiv. Die Umweltschutzbehörde des Bundesstaats Victoria, in dem Melbourne liegt, um den Gesundheitsbeauftragten Brad Sutton stufte die Situation die letzten Tage als gefährlich ein. Die Empfehlung des Ministeriums lautete deshalb alle körperlichen Aktivitäten draußen zu vermeiden. Auch wenn für die kommenden Tage eine Entschärfung der Lage erwartet wird, ist noch ungewiss, ob die Australian Open überhaupt im gewohnten Format im Melbourne Park stattfinden kann. Die Veranstalter sagten heute zunächst alle Trainingseinheiten ab und verschoben die Qualifikationsspiele um eine Stunde nach hinten.

Spielabbruch

Die vorliegende schlechte Luftqualität zwang heute bereits die erste Spielerin zum Abbruch ihres Qualifikationsmatches. Dalila Jakupovic sank in ihrem zweiten Satz gegen die Schweizerin Stefanie Vögele zu Boden und klagte über starken Husten und Atembeschwerden. Sie konnte ihr Qualifikationsspiel für die Hauptrunde am kommenden Dienstag nicht weiterführen. Auch Laura Siegemund aus Deutschland und die ehemalige Weltranglistenerste Maria Scharapowa mussten ihr Spiel beim Einladungsturnier in Melbourne aufgrund der Anweisung der Organisatoren vorzeitig beenden.

Sichere Bedingungen

Laut einer Turniersprecherin hätten die Organisatoren nach Rücksprache mit Meteorologen die Bedingungen als sicher eingestuft. Auch hätten die Teilnehmer eingewilligt zu spielen. Diese Information bekam die Nachrichtenagentur Reuters. In der Zwischenzeit verteidigt Turnierdirektor Craig Tiley die Entscheidung die Qualifikationsspiele nicht abzubrechen oder zu verschieben: „Zwischen dem Zeitpunkt der Unterbrechung und der Fortsetzung der Spiele hat es eine Verbesserung der Bedingungen gegeben“. Er beruft sich dabei auf Messungen der Luftqualität vor Ort und die Ratschläge der medizinischen Abteilung. Er betonte, dass man die Teilnehmer keiner Gefahr aussetzen werde.

Verschiebung

Novak Djokovic ist siebenmaliger Sieger der Australian Open und Präsident des Spielerrats der Männertennisorganisation ATP. Er findet, dass eine Verschiebung oder Verlegung des Turniers nicht ausgeschlossen werden darf: „Wenn die Gesundheit der Spieler beeinträchtigt ist, müsse man eine Verlegung in Erwägung ziehen.“

Der Verband Tennis Australia hat bereits Pläne vorgelegt, bei erneuter Verschlechterung der Luftqualität, die Spiele in eine Halle zu verlegen. Mit der Rod Laver Arena (14 820 Plätze), der Margaret Court Arena (7500 Plätze) und der Melbourne Arena (10 500 Plätze) stehen drei mit Schiebedächern nachgerüstete Hallen im Melbourne Park zur Verfügung. Zudem gibt es weitere acht Indoor-Courts im angrenzenden Tennisleistungszentrum. Ob diese jedoch ausreichen steht bisher nicht fest.

 

Der Verband erhebt kontinuierlich weitere Messungen. Zudem steht er im engen Austausch mit Medizinern und Gesundheitsexperten. Es bleibt abzuwarten, aber so wie es aussieht könnte der Happy-Slam dieses Jahr tatsächlich zu einem Hallen-Slam werden.

 

 

Quellen:

 

Spiegel Online, SZ, Die Deutsche Welle