33 Länder in Europa, Nord- und Südamerika führten in 33 Ländern zeitgleich eine Doping-Razzia durch. Dabei wurden insgesamt rund 3,8 Millionen Dopingmittel und gefälschte Medikamente beschlagnahmt. Nach Europol-Angaben sind 17 organisierte Banden aufgeflogen: Insgesamt kam es zur Festnahme von 234 Verdächtigen und wurden 24 Tonnen Steroidpulver sichergestellt.

Razzia in 33 Ländern

33 Länder in Europa, Nord- und Südamerika führten zeitgleich eine Doping-Razzia durch. Dabei wurden insgesamt rund 3,8 Millionen Dopingmittel und gefälschte Medikamente beschlagnahmt. Nach Europol-Angaben sind 17 organisierte Banden aufgeflogen: Insgesamt kam es zur Festnahme von 234 Verdächtigen und wurden 24 Tonnen Steroidpulver sichergestellt.

Weltweiter Handel steigt

Der Einsatz namens „Operation Viribus“ der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gegen das organisierte Doping ist der größte der Geschichte. Federführend waren neben der WADA, die italienische und griechische Polizei involviert. Laut Europol ist in den vergangenen 20 Jahren der weltweite Handel mit Anabolika immens angestiegen.

Nicht nur Leistungs- und Profisportler standen im Fokus der Aktion. Auch Freizeitsportler wurden inspiziert, sowie Landwirte und Züchter.  In der Tierzucht werden Steroide genutzt um schneller, bessere Ergebnisse zu erzielen, zum Beispiel Leistung von Pferden zu steigern.

Vertriebssystem

Die Razzia förderte auch neue Erkenntnisse über das Verkaufs- und Vertriebssystem zu Tage.  Vor allem Hobby-Sportler sollen die Steroide in kleineren Dosen erwerben. Fitnessstudios und Onlineplattformen fungieren dabei als Verkaufstheke. Die Käufer zahlten meist mit wieder aufladbaren Kreditkarten oder Kryptowährungen. Werbung für die verbotenen Substanzen wird über soziale Netzwerke betrieben.

Operation Aderlass

Derzeit laufen im Zusammenhang mit Doping im Sport ebenfalls Ermittlungen bei der sogenannten „Operation Aderlass“. Ende Februar hatte das österreichische Bundeskriminalamt bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld eingegriffen, und mehrere Personen verhaftet.  Aktuell geht man von mindestens 21 Sportler aus, die in acht Ländern und fünf Winter- und Sommersportarten in Europa, Südkorea und auf Hawaii verbotenes Eigenblutdoping betrieben haben sollen.

Weitereführende Berichterstattung

Die Leistungslust hat sich dem Thema Doping in der Ausgabe 4/2016 im Beitrag ​Stärker als der Körper aushält – Doping im Freizeitsport angenommen. Darin ging es unter anderem um ​die Verbreitung von Doping in Fitness-Studios.

​​Esther Nazarro-Napierski, Fachbeirat der Leistungslust sagt: ​“Augen auf! Doping ist kein Phänomen des Profisports.

Circa zehn Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglied in einem Fitnessstudio. Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) berichtet, dass bis zu 16 Prozent von ihnen bereits Erfahrungen mit dem Konsum von Dopingsubstanzen, wie Ephedrin, Clenbuterol, Anabolika oder Wachstumshormonen, gemacht haben. Diese Zahlen sollten uns Trainer aufrütteln, denn die gesundheitlichen Risiken, die mit der Einnahme solcher Substanzen einhergehen, sind enorm. Insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Hypotrophie und Herzinsuffizienz sind vorprogrammiert. Und es gehört zu einer guten Kundenbetreuung, auf diese Risiken hinzuweisen und gegebenenfalls auch das Gespräch mit dem Mitglied zu suchen.“

Quellen: tagesschau.de/ faz.de/ focus.de