Eine Verletzung kann nicht nur den Körper aus der Bahn werfen, sondern auch den Geist. Die mentale Unterstützung ist ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Betreuung eines Sportlers zurück in Bewegung und Schmerzfreiheit. Dabei hängt der Erfolg eines Coaches bei der Begleitung verletzter Athleten jedoch immer von einer Vielzahl individueller Faktoren ab, von denen sich manche nur bedingt beeinflussen lassen. Deshalb scheint ein ganzheitlicher, multimodaler Ansatz die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche und gesunde Rückkehr in den Sport zu sein.

Sportverletzungen: ein alltägliches Phänomen. Sport ist gesundheitsfördernd und hat eine Reihe positiver Effekte. Daran besteht grundsätzlich wenig Zweifel. Dennoch ist jede Sportart mit einem gewissen Verletzungsrisiko verbunden: Pro Jahr erleiden etwa 2 Millionen Menschen eine Verletzung bei der Ausübung einer Sportart (1, 2). Bei der Betreuung verletzter Sportler gewinnt neben physiotherapeutischen Maßnahmen auch die psychologische Unterstützung zunehmend an Bedeutung (3). Aus vielen Sportarten ergab sich die evidenzbasierte Erkenntnis, dass der Versuch, den verletzten Sportler ausschließlich mit rein medizinischen, physiotherapeutischen Maßnahmen zu seiner physischen Topform zurückzuführen, häufig nicht zufriedenstellend gelingt (4). Es gilt folglich sich auch mit der psychischen Beanspruchung des Verletzten auseinanderzusetzen.