Der Fitness- und Gesundheitsmarkt bringt immer wieder neue Trainingstools hervor. In den letzten Jahren eroberten „Massage Guns“ den Markt. Die kleinen Geräte haben Power, sehen professionell aus und versprechen allerlei positive Therapieeffekte in Bezug auf Verspannungen, Regeneration und Leistungsfähigkeit, Schmerzlinderung und sogar „verklebte“ Faszien sollen gelockert werden. Glaubt man den Werbeversprechen, gibt es wohl kaum ein Problem, das sich mit Schüssen aus diesen schlagbohrerartigen Dingern nicht niederstrecken lässt.

Was sind Massagepistolen? Vibrations- oder Massagepistolen gibt es schon seit mehreren Jahren auf dem Markt und sind im Grunde genommen eine Weiterentwicklung des Deuser-Stabes in Kombination mit einer Tapotement-Massage. Bei den Deuser-Stäbchen handelt es sich um Holz- oder Metallstäbe, mit denen auch tiefe Punkte in der Muskulatur behandelt werden können. Beim „tapping movement“, also einer Massage in Form von Klopfen und Klatschen mit den Händen, konnte in einer Studie bereits nachgewiesen werden, dass sich die Agilität von Behandeltenim Vergleich zu keiner Behandlung (passive Ruhe) signifikant verbesserte. Diese ersten Ansätze könnten daher auch auf Massagepistolen zutreffen (1). Dank eines modernen Designs und Marketing auf Social Media erleben die kleinen „Wunderpistolen“ besonders in den letzten Jahren einen Boom. Die Massagepistolen sehen aus wie eine Mischung aus Pistole und Akkubohrmaschine mit verschiedenen Kegel- und Kugelaufsätzen, um die Weichteil-Strukturen des Bewegungsapparates zu lockern. Je nach Hersteller wird in unterschiedlichen Intensitäten und bis zu 45 Mal pro Sekunde auf die Haut und das darunter liegende Gewebe geklopft, wobei die Vibration der Massagepistole für schnelle Druckimpulse sorgt. Die Perkussionsmassage mit einer so hohen Frequenz soll die Tiefenmuskulatur erreichen und somit unter anderem die Durchblutung fördern.