Kälte überall. Die Eistonne im Sport kennen wir alle. In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass immer neue Studios mit Kältetherapie auftauchen. Meist wird dort mit ästhetischen Gründen geworben. Ich persönlich bin eher der Sommertyp: Surfen ja – Snowboarden nein. Dennoch habe ich mich vor einiger Zeit in eine professionelle Ganzkörperkältekammer gewagt.

Sinnvolle Kälte. Im medizinischen Bereich kommt die Kältekammer bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, chronischen Schmerzen, juckenden Hauterkrankungen wie etwa Schuppenflechte oder psychischen Erkrankungen zum Einsatz. „Zwei Minuten bei −110 Grad“ – die Aussage des medizinischen Personals ließ meine Gesichtszüge einfrieren. Der Aufmunterungsversuch „Aber immerhin trockene Kälte!“ machte die Sache nicht besser.

Sabrini im Bikini. Der Raum bestand aus einer kleinen Umkleideecke und einer Doppelkammer. Schon beim Umziehen war es mir ziemlich fröstelig. Nun stand ich da, in meinem knallroten Bikini und mit kalten Fingern. „Sind Sie bereit?“, fragte das Personal. „Nein, bin ich nicht, aber ich gehe trotzdem“, antwortete ich. „Also, Sie gehen durch die erste Tür und bleiben dort, bis ich Ihnen eine Anweisung gebe. Ich spiele Musik ein – manchmal hilft Tanzen.“ Und so schritt ich durch die erste Kammertür, in der Hoffnung auf gute Musik.

Let´s dance. In der ersten Kammer waren es etwa −40 Grad. Mit zwei weiteren Personen tanzte ich in Badelatschen und Bikini zu den Spice Girls. Headbangen zu Nirvana wäre wahrscheinlich effizienter, aber man nimmt, was man kriegt.

Nach etwa einer Minute kam die Aufforderung, durch die zweite Tür zu gehen. Mir war jetzt schon saukalt; der Impuls, einfach zu flüchten, überrollte mich. Einzig die Frage, ob bei −110 Grad Nirvana gespielt würde, gab mir den Mut, die zweite Tür zu öffnen.

Die Antwort vernahm ich sofort: „Always look on the bright side of life, didup, didup didup didup …“ Ganze 45 Sekunden ertrug ich die Kälte (und die Musik) und verschwand dann wieder in die −40 Grad, um auch dort schnurstracks durch die Tür zu gehen.

Frisch & Stark. Der Besuch in der Kältekammer war auf jeden Fall eine Bereicherung. Ja, es ist sehr, sehr kalt – aber irgendwie fühlte ich mich frisch. Außerdem bin ich nun bereit für „jenseits der Mauer“. Meine nächste Kolumne erreicht dich dann aus Winterfell…