Im deutschen Spitzensport ist es gängige Praxis, dass verschiedene Behörden Kaderathleten als Profisportler freistellen. Die Förderungen für studierende Leistungssportler sind hingegen über-schaubar und die Doppelbelastung stellt insbesondere im Hinblick auf die Studienzulassung, die Finanzierung und das Zeitmanagement eine große Herausforderung dar. Trotzdem ist der Anteil Studierender im Spitzensport sehr hoch. Es liegt also ein enormes Potential brach, das noch deutli-cher wird, wenn man die hohe olympische Erfolgsquote betrachtet.

Studierende in der deutschen Olympiamannschaft. Analysiert man die Zusammensetzung der deutschen Olympiamannschaft der letzten Sommerspiele, ist festzustellen, dass in Rio 2016 36,7 Prozent der Teilnehmer Studierende waren und in London 2012 sogar 42,4 Prozent (1).

Für die Winterspiele konnten sich nicht ganz so viele Studierende qualifizieren. In Pyeongchang 2018 waren es 17,6 Prozent und in Sotschi 2014 immerhin 19,6 Prozent (2). Hier liegen nur Angehörige der Bundeswehr (39,9 und 26,8 Prozent) und der Bundes- und Landespolizei (32,7 und 36,6 Prozent) im Ranking davor. Zu den Zahlen ist anzumerken, dass eine Person auch mehreren Statusgruppen angehören kann. Insbesondere im Wintersport ist auffällig, dass jeder zweite Sportler, der bei der Bundeswehr ist, nebenbei noch einem Studium nachgeht. Doch nicht nur quantitativ betrachtet konnten die Studierenden beachtliche Zahlen aufweisen. In Rio 2016 wurden rund 43 Prozent und in Pyeongchang 2018 rund 39 Prozent aller Medaillen unter studentischer Beteiligung errungen.