Die Dienstleistung als Trainer wird immer gefragter. Doch was macht einen guten Trainer aus? Neben allen erforderlichen trainingswissenschaftlichen Kompetenzen können betriebswirtschaftliche Kenntnisse und juristisches Fachwissen den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Honorarvertrag.Wer mehrere Arbeitgeber hat und frei in seinen Entscheidungen zu den Arbeitsmodalitäten bleiben will, entscheidet sich meist für die Selbstständigkeit und schließt einen Honorarvertrag mit einem Studio oder Verein ab. Auch wenn man sich gut versteht, sollte ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werden.

Die wichtigsten Vertragsbestandteile umfassen zum einen Name und Anschrift von Auftraggeber und Auftragnehmer, zum anderen sollten die Dauer des Vertrags und die zu leistenden Stunden dort fixiert werden (1). Empfehlenswert ist es, einen Leistungsumfang zu vereinbaren und natürlich auch das Honorar sowie die Umsatzsteuer im Vertrag festzuhalten. Sollten sonstige Kosten absehbar sein, zum Beispiel in Form von Anfahrtskosten, gehören diese ebenfalls in die Vereinbarung. Zum Schluss folgen Angaben zu den Kündigungsmodalitäten und die obligatorischen Informationen zu Ort und Datum, gefolgt von der Unterschrift.

ScheinselbstständigkeitAls selbstständiger Trainer gibt es rechtlich gesehen ein Szenario, das tunlichst vermieden werden sollte. Die Rede ist von der sogenannten Scheinselbstständigkeit. Diese liegt vor, wenn der Trainer zwar als Selbstständiger auftritt, aber die Art und Weise der ausgeübten Tätigkeit der eines Arbeitnehmers entspricht, für welche Sozialversicherungsabgaben zu zahlen wären (2).Daher sollte im Vertrag auf alle Vereinbarungen verzichtet werden, die auf ein abhängiges Angestelltenverhältnis hindeuten.

So kann im Vertrag zwar eine zu leistende Stundenanzahl eingetragen werden, eine Festlegung auf genau definierte Arbeitstage oder -stunden ist jedoch nicht zulässig. Ebenso darf der Vertrag keine Urlaubstage enthalten, da ein Honorartrainer, anders als ein Angestellter, keinen Urlaubsanspruch hat.

Häufig vereinbaren die Vertragspartner, dass der Trainer als „freier Mitarbeiter“ für das Studio tätig ist, um die Gefahr der Scheinselbstständigkeit zu umgehen.Eine solche Klausel allein reicht jedoch zur Absicherung nicht aus. Bei einer Betriebsprüfung drohen sowohl für das Studio als auch für den Trainer finanzielle Konsequenzen. Einerseits wird ein Bußgeld gemäß Schwarzarbeitergesetz fällig, andererseits müssen Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung nachgezahlt werden.

Ein abhängiges Arbeitsverhältnis liegt vor (3), wenn der Trainer:

  • auf Dauer nur für einen Auftraggeber tätig ist,
  • seine Tätigkeit nach Vorgaben des Studios erledigen muss (feste Arbeitszeiten),
  • in die Arbeitsorganisation eingegliedert ist (Teilnahme an Teambesprechungen) und
  • kein unternehmerisches Risiko trägt. Dies ist der Fall, wenn mehr als fünf Sechstel der Einnahmen von einem Auftraggeber stammen oder wenn der Trainer keine eigene Buchführung hat.

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du oder das Studio bei der Clearingstelle des Deutschen Rentenversicherungsbundes (DRV) ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren beantragen. Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen teilt der DRV mit, ob es sich um eine selbstständige oder eine angestellte Tätigkeit handelt.

Rentenversicherungspflicht. Das sechste Sozialgesetzbuch regelt Belange rund um die Soizalversicherung. Es schreibt vor, dass „selbstständige Lehrer […], die im Zusammenhang mit ihrer selbstständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen“, versicherungspflichtig sind (4). Die Gerichte legen dabei den Begriff des Lehrers weit aus, sodass du als Trainer auch hierunter fallen könntest.

Jedoch ist die Rechtsprechung nicht einheitlich. So stufte ein Gericht eine Aerobic-Trainerin, die in einem Studio Sportpläne erstellte und bei Übungen anleitete, als versicherungspflichtig ein. Ein Fitnesstrainer, der einzelne Klienten pro Trainingsstunde betreute, fiel jedoch nicht darunter. Der wesentliche Unterschied lag laut Gericht darin, dass beim Personal Training die engere Beziehung zwischen dem Trainer und dem Kunden – und damit die Beratung – im Vordergrund steht und nicht die bloße Wissensvermittlung.

Für die Praxis bedeutet das, dass Fitnesstrainer im Training mit einzelnen Kunden unter bestimmten Voraussetzungen nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen. Wer sowohl Einzeltraining als auch Kurse gibt, sollte aktiv auf den DRV zugehen und die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflichten beantragen.

Versicherungen. Sollte ein Kunde doch einmal eine Schadens- oder Schmerzensgeldforderung stellen, haftet der Trainer mit seinem privaten Vermögen, wenn er keine zusätzliche Berufshaftpflichtversicherung hat. Die private Haftpflichtversicherung zahlt nämlich nicht, wenn der Vorfall im beruflichen Kontext geschehen ist. Manchmal ist zwar ein Nebengewerbe mit abgesichert, aber nicht die hauptberufliche Tätigkeit. Außerdem sind Honorartrainer auch nicht über die Verträge der Studiobetreiber mitversichert. Diese gelten meist nur für angestellte Mitarbeiter.

Eine gewerbliche Haftpflichtversicherung für Trainer ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Jedoch empfiehlt sich der Abschluss einer sogenannten Berufshaftpflichtversicherung, damit du nicht mit dem persönlichen Vermögen haften musst.

Bei Abschluss der Versicherung solltest du unbedingt darauf achten, dass alle Tätigkeiten mitversichert sind. So müssen zum Beispiel das Abhalten von Kursen, Outdoor-Aktivitäten oder die Einweisung an Trainingsgeräten einzeln versichert werden. Auch den Versicherungsumfang solltest du genau erfragen. So sind eigene Vermögensschäden oft nicht versichert. Hierzu zählen etwa finanzielle Einbußen wegen kurzfristiger Kursabsage oder Abmahnungen wegen einer Urheberrechtsverletzung.

Eine Versicherungssumme von 3.000.000 Euro ist ein guter Richtwert für Personen- und Sachschäden. Dies gilt insbesondere dann, wenn du als Trainer allein die Verantwortung für Gruppen übernimmst. Sofern du nur für Studios arbeitest, kann auch eine Versicherungssumme von 2.000.000 Euro ausreichend sein (5).

Literatur

1. Hümmerich K et al. (Hrsg.). 2019. Gestaltung von Arbeitsverträgen. Baden-Baden: Nomos Verlag

2. Schaub G et al. 2020. Arbeitsrecht von A-Z. München: C.H. Beck

3. Obenhaus N et al. 2016. Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz. München: C.H. Beck

4. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, et al. 2020. Sozialgesetzbuch, Sechstes Buch – Gesetzliche Rentenversicherung. ll.rpv.media/yv; Zugriff am 20.05.2020

5. Trainerversorgung e.V. 2020. Trainerhaftpflichtversicherung. ll.rpv.media/yw; Zugriff am 20.05.2020