Oliver Schmidtlein hat als Physiotherapeut und Athletiktrainer beim FC Bayern, dem TSV München 1860 und der deutschen Nationalmannschaft gearbeitet. Als inzwischen selbstständiger Therapeut mit eigener Praxis betreut er nach wie vor zahlreiche Topathleten und Fußballer. Im Gespräch schildert er seine Erfahrungen beim DFB und verrät, worauf es bei der Zusammenarbeit im Trainerteam ankommt.

Wie sieht bei einer Fußballmannschaft deiner Meinung nach die ideale Zusammenarbeit aus?

Die Zusammenarbeit unterscheidet sich natürlich von Thema zu Thema. Zentral ist immer, dass die Fäden bei einem zusammenlaufen. In einer Mannschaft hat man ja mehrere handelnde Personen: Fußballtrainer, Fitnesscoaches, Physiotherapeuten, Ärzte. Diese verschiedenen Abteilungen müssen natürlich miteinander über die verschiedensten Themen sprechen, zum Beispiel Trainingsgestaltung, Fitnesszustand oder Gesundheitszustand der Spieler und so weiter – und zwar in intensiven, regelmäßigen Meetings, in denen jeder Spieler en détail besprochen wird. Diesen Austausch sehe ich als Schlüssel zum Erfolg. Bei der Nationalmannschaft, um mal ein aktuelles Beispiel zu nennen, finden solche Besprechungen in der Regel zwei Tage vor einem Spiel statt, bei einem Turnier auch häufiger. Und man braucht einen konkreten Plan – denn den kann man wenigstens ändern, falls nötig. Hat man keinen Plan, ist jeder Tag improvisiert.