Wir atmen meist unbewusst, täglich rund 20.000 Mal ein und wieder aus. Die Atmung ist ein unwillkürlich ablaufender Vorgang in unserem Körper, der nur eine kurze Zeit willentlich beeinflusst werden kann. Atmen steht für Leben und ist das Fundament unserer körperlichen Bedürfnispyramide. Eine gesunde und bewusste Atmung, zusammen mit einer trainierten Atemmuskulatur, sind wichtige Voraussetzungen für eine körperliche Fitness.

Das Zentrum der Lebensenergie. Buddhisten sagen, der Atem ist das heiligste und kostbarste Geschenk. Vom ersten bis zum letzten Atemzug ist die Lunge das Zentrum, in dem unsere Lebensenergie entsteht. Die Lunge ist ein komplexes und äußerst wichtiges Organ, das dafür sorgt, dass Sauerstoff (O2) aus der Atemluft ins Blut gelangt. Über den Blutkreislauf wird dieser dann in alle Körperzellen transportiert. Die Lunge ist zudem das größte Organ des Brustkorbs und wird durch die Rippen geschützt. Nach unten grenzt sie sich durch das Zwerchfell (Diaphragma) vom Bauchraum ab (Abb. 1). Von der Luftröhre gehen rechts und links zwei kräftige Äste ab, die Hauptbronchien (Abb. 1). Sie fächern sich immer weiter auf, verästeln in dünne Zweige und enden in den Lungenbläschen, den sogenannten Alveolen. Die Blutgefäße verlaufen wie ein Netz um die Alveolen. O2 und Kohlenstoffdioxid (CO2) werden hier durch Diffusion ausgetauscht. O2 gelangt in den Blutkreislauf, bindet sich ans Hämoglobin und wird dann an die Zielorgane abgegeben. CO2 gelangt in die Lunge und wird abgeatmet. Den Gasaustausch in der Lunge bezeichnet man als äußere Atmung. Die innere Atmung beschreibt den Gewebestoffwechsel, den biologisch ablaufenden Prozessen in der Zelle. Aus dem Blut wird kontinuierlich O2 in die Zellen abgegeben und CO2 zurück in die Lunge transportiert (1).