Ein präventives Schultertraining sollte kontinuierlich durchgeführt werden, um die Funktionalität und muskuläre Sicherung des Schultergelenks zu erhalten. Insbesondere Personen, die ihre Schultern in Sport oder Beruf stark belasten, wie Schwimmer, Werfer oder Gerüstbauer, sollten auch dann ein Schultertraining durchführen, wenn sie beschwerdefrei sind. Für den Breiten- und Freizeitsportler sind allgemeine Trainingsprogramme ausreichend. Für Leistungsathleten und bei spezifischen Beschwerden sollte ein individuelles Programm ausgearbeitet werden. 

Anatomie des Schultergelenks. Anders als das Hüftgelenk oder das Knie ist die Schulter weder in erwähnenswertem Maß knöchern noch durch stabile Bänder gesichert. Stattdessen handelt es sich um ein nahezu rein muskulär geführtes Kugelgelenk, noch dazu mit einer relativ instabilen Biomechanik. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass die Gelenkpfanne des Schulterblattes (Cavitas glenoidalis) deutlich kleiner ist als der Oberarmkopf (Caput humeri). Diese Konstruktion verleiht dem Gelenk eine außergewöhnlich große Beweglichkeit (1). Damit diese auch problemlos abgeleistet werden kann, muss die umgebende Muskulatur einwandfrei funktionieren.