„The brain is the driving force of human performance.“ Das ist der Leitgedanke des 2010 von Martin Weddemann und Lars Lienhard gegründeten „Focus on Performance“ (FoP). Mit ihrem Team gilt FoP (1) als Vorreiter und Pionier auf dem Gebiet des Neuroathletiktrainings in Europa. Aber was steckt dahinter? Die Leistungslust hat nachgefragt.

Martin, Ulla, wie kam es zu dieser neuartigen Art des Trainings?

Martin Weddemann: Im Grunde waren es Fragen, die sich insbesondere mein Kollege Lars Lienhard seit Mitte der 2000er durch seine Erfahrungen als Leichtathletiktrainer immer wieder stellte. Wie kann es sein, dass einige Athleten immer wieder die gleichen Verletzungen erleiden, obwohl ihr Gewebe doch laut Ärzten und Physiotherapeuten wieder verheilt sei und sie vollständig austherapiert und belastbar sein sollten? Welche Rolle spielt die zentrale Bewegungssteuerung bei der Verletzungsentstehung und warum ist die Bewegungssteuerung des Athleten überhaupt defizitär? Uns wurde klar, dass die klassische, symptomorientierte Betrachtungsweise Mängel aufwies. Insbesondere bei bewegungsinduzierten Verletzungen, die ohne Fremdeinwirkung entstehen, kann man hierdurch nicht wirklich auf die Ursache hinter der Verletzung kommen. Wir rückten also die neuronalen Vorgänge im Körper in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Denn: Die Steuerung aller Bewegungen und damit aller Fähigkeiten und Fertigkeiten findet nun mal in Gehirn und Nervensystem statt.