Ende der 90er-Jahre begann sich der Begriff „Core-Training“ explosionsartig in der Fitness- und Sportszene auszubreiten. Eine Revolution aus den USA, die zu einem Trend wurde. Plötzlich erschien alles so klar: Man muss die Körpermitte trainieren, um ein muskuläres Fundament für die Bewegung der Extremitäten zu schaffen. Nur mit einem stabilen Körperkern kann ein entsprechendes Widerlager gebildet werden, das zu Höchstleistungen befähigt. Und seitdem wird das Core-Training als Allheilmittel zur Behandlung von Rückenschmerzen und anderer Beschwerden angepriesen (1).

Geschichte des Core-Trainings. Die genauen Ursprünge der Core-Stability sind nicht ganz auszumachen. Joseph Pilates arbeitete bereits Anfang des 20. Jahrhunderts mit Methoden, um speziell die Körpermitte – Powerhouse oder The Box genannt – zu kräftigen. In den 50er- und 60er-Jahren war die Physiotherapie stark vom Prinzip eines neutralen Beckens und einer aufrechten Lendenwirbelsäule geprägt, die von der umgebenden Rumpfmuskulatur stabilisiert werden sollten (2). In den letzten 15 Jahren stieg das Core-Training mit dem Trend und der neuen Methodik des funktionellen Trainings in den Leistungssport auf, und schwappte auch in das gesundheitsorientierte Fitnesstraining über.