Brokkoli ist ein sehr gesundes Nahrungsmittel. Dies liegt vor allem an den enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen wie Quercetin und Glucoraphanin, denen unter anderem antioxidative und antimikrobielle Wirkungen zugeschrieben werden. Wer jedoch glaubt, diese Wirkungen durch regelmäßigen Brokkoliverzehr zu erreichen, wird enttäuscht: Im tellerfertigen Brokkoli sind meist kaum noch bioaktive Pflanzenstoffe enthalten. Doch es gibt Möglichkeiten, von der gesundheitsfördernden Wirkung des Brokkolis zu profitieren und dessen Inhaltsstoffe therapeutisch einzusetzen.

„Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel“ – das sagte schon Hippokrates, der Vater der Medizin um 400 vor Christus. Im 21. Jahrhundert sehen die Medizin und die Ernährungsforschung dies ähnlich. Sie gehen sogar noch weiter: Die Forscher beschäftigen sich schon seit ein paar Jahren mit der Nutriepigenetik. Sie erforschen, wie beispielsweise Ernährung und Ernährungsverhalten die Aktivität von Genen beeinflussen und die Gesundheit bis in die nächsten Generationen verändern können. So lässt sich mit gezielter Auswahl der Lebensmittel viel bewirken, nicht nur für das Individuum selbst, sondern auch für seine Nachkommen. Beschäftigt man sich intensiver mit den Themen „gesunde Ernährung“ und „gesunde Lebensmittel“, stolpert man immer öfter über die sogenannten „Vitamine des 21. Jahrhunderts“, die sekundären Pflanzenstoffe (SPS). Diese bioaktiven Stoffe sind in Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüssen, Tee, Kaffee, Gewürzen und Vollkornprodukten enthalten. Den Pflanzen selbst dienen sie als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder als Farbstoff, um Insekten zur Bestäubung anzulocken. SPS zählen für den Menschen nicht zu den lebenswichtigen Nährstoffen, haben aber einen Einfluss auf zahlreiche Stoffwechselprozesse. Aus diesem Grund werden ihnen gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben, wie ein möglicher präventiver Schutz vor verschiedenen Krebsarten, antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen, positive Wirkungen auf den Blutdruck, den Darm und die Gedächtnisleistung.