Anfang Oktober war ich zur Premiere des Filmfestivals „European Outdoor Film Tour“ (1) in München eingeladen. Jeder Athlet in den dort gezeigten Filmen beeindruckte mich auf seine Weise – besonders Adam Ondra: Er schrieb mithilfe des Visualisierungstrainings Klettergeschichte.

Am 3. September 2017 war es so weit: Adam Ondra durchstieg die Route Silence in Norwegen, an der er fünf Jahre lang gearbeitet hatte. Mit dem Schwierigkeitsgrad 9c ist sie die bisher schwerste je frei gekletterte Route.

Der 25-jährige Kletterer integrierte in seine ehrgeizige Vorbereitung körperliches und mentales Training. Er wollte diese Route unbedingt bezwingen – dafür holte er sich Expertenmeinungen aus der ganzen Welt, um sein Training und sich selbst zu optimieren. Er suchte nach der Inspiration, die ihm half, die notwendige Leistung für sein Projekt abzurufen. „Wenn du ganz oben mitklettern willst, dann musst du trainieren. Nicht nur deinen Körper, sondern auch deinen Geist“, sagt Adam Ondra (1). Einen wichtigen Part hatte dabei der Physiotherapeut und Osteopath Klaus Isele, der unter anderem die österreichische Kletternationalmannschaft betreut.