Das Knie ist unser am meisten belastetes Gelenk, im Alltag, aber besonders auch im Sport. Gerade in Spiel- und Mannschaftssportarten ist das Knie oft unvorhergesehenen, schnell erfolgenden Aktionen und Belastungen, insbesondere durch die Fremdeinwirkung des Gegners, ausgesetzt. Im Alltag sind es unter bestimmten Voraussetzungen dysfunktionale Bewegungen im Kniegelenk, auch ohne hohe Krafteinwirkung, die zum Riss des Kreuzbandes führen; meist ist das vordere Band betroffen. Nach dem Einsetzen einer Kreuzbandplastik gilt es umso mehr das „neue Knie“ strukturell bestmöglich muskulär zu trainieren.

Der Kreuzbandriss. Statistisch gesehen liegt der Anteil von Bandverletzungen am Knie bei 40 Prozent, bezogen auf alle möglichen Knieverletzungen. Zwei Drittel davon gehen auf das Konto von Kreuzbandrissen, und davon betreffen circa 46 Prozent das vordere Kreuzband und nur vier Prozent das hintere (1). Die Hauptursachen für die deutlich geringeren Rupturen des hinteren Kreuzbandes sind zum einen dessen größerer Durchmesser und die dadurch bedingte höhere Belastungsfähigkeit, zum anderen seine anders geartete Funktion (2). In den meisten Fällen handelt es sich in der Tat bei Kreuzbandrissen nicht um Sportverletzungen, sondern um Verletzungen im Alltag oder der Freizeit. Beispielsweise hat sich meine Mutter das vordere Kreuzband gerissen, als sie im Meer im nicht ganz knietiefen Wasser von einer Welle „umgespült“ wurde.