Egal ob unter Trainierenden, Trainern oder Kunden: Diskussionen über die korrekte Ausführung von Kniebeugen sind in fast jedem Fitnessstudio an der Tagesordnung. Doch was sagen wissenschaftliche Untersuchungen dazu? Müssen die Zehenspitzen wirklich immer hinter den Knien bleiben? Wie tief sollte gebeugt werden? Und woher kommen eigentlich diese ganzen Kontroversen? Die Gründe für individuelle Technikbilder können auf drei Faktoren zurückgeführt werden: individuelle Anatomie, Beweglichkeit und Stangenposition. 

Warum jede Kniebeuge anders aussieht. Obwohl wir Menschen grundsätzlich alle gleich „aufgebaut“ sind, können trotzdem große anatomische Unterschiede bestehen. Beim Oberschenkelhalsopf können beispielsweise unterschiedliche Winkel in der Axialebene – der Gelenkkopf zeigt mehr in Richtung dorsal oder ventral – sowie unterschiedliche Centrum-Collum-Diaphysen-Winkel (CDD-Winkel) zwischen Schenkelhals und Femurschaftachse (Abb. 1) zu unterschiedlichen Bewegungsamplituden und biomechanischen Kraftübertragungen führen. Dadurch haben manche Menschen ein erhöhtes Risiko für Hüft-Impingements und Coxarthrose (1). Der CDD-Winkel kann ebenfalls intraindividuell unterschiedlich ausfallen (Abb. 1) (1).