In den letzten Wochen pflasterten Falschmeldungen den Weg. Trotz unklarer Faktenlage sollte man sich allerdings nicht zum Affen machen und bei der Wahrheit bleiben. 

Besuch im Zoo. Die letzten Monate haben alles und jeden kräftig durchgeschüttelt. Trainer, Coaches, Sportler – wirklich jeder musste sich neu zurechtfinden. Auch der Sportjournalismus wurde davon nicht verschont. Teilweise war es wie ein Besuch im Zoo. Unwissende Hasen kreuzten den Weg, Bären wurden aufgebunden und der Pudel zeigte selten seinen Kern.

Bärendienste? Für Journalisten gibt es einen Pressekodex. Dieser hilft uns, die Kompassnadel ethisch, moralisch und wahrheitsgetreu auszurichten. In den letzten Wochen hat diese Nadel bei manchem allerdings nicht immer verlässlich funktioniert und so mancher hat dann einen Bock geschossen. Ich habe so viele Halbwahrheiten, Falschmeldungen und absichtlich irreführende Überschriften gelesen wie lange nicht mehr. Es fühlte sich an wie ein Kampf gegen Windmühlen. Gerade in Krisenzeiten sollte sich die Gesellschaft auf einen wahren Informationsgehalt verlassen können. Das sind Zeiten, in denen die Medienlandschaft einem keinen Bärendienst erweisen sollte. 

Der Wolf geht um. Schon während meines Journalismus-Studiums und auch im Volontariat wurde uns immer wieder eingebläut: Prüfe deine Informationen und sei dir darüber bewusst, was du veröffentlichst. Sei ein schlauer Fuchs und gib acht auf den Wolf im Schafspelz.

Als Fachmagazin nimmt die tagesaktuelle Berichterstattung wenig Platz im alltäglichen Geschäft ein. Die letzten Monate war das anders. Ich habe mit Sportministerien und der Bundesregierung Kontakt aufgenommen, bei Verbänden angefragt und mit Kollegen in ganz Europa telefoniert. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Manchmal wurde die Tür vor der Nase zugeschlagen, andere erkannten die Wichtigkeit von Fachmagazinen, da diese sich direkt an Gruppen wenden, die von bestimmten Informationen abhängig sind. 

Katze ja, Sack nein. Mit Krokodilstränen wurde auf die Situation der Branche hingewiesen. Phrasen wie „In Schweden eröffnen Fitnessstudios – warum nicht hier?“, „In den USA darf trotz Corona trainiert werden“ oder „Die Politik vergisst die Fitnessbranche“ klingen catchy und verleiten zum Klicken. Nahezu täglich trieben solch undifferenzierte Berichterstattungen und fehlende Kontexte meinen Puls hoch. Die Leistungslust will anders überzeugen: Statt mit der Katze im Sack, punkten wir mit gut recherchierten und verlässlichen Informationen. Der Preis für diesen Anspruch ist hoch. Er kostet mehr Vorbereitung, mehr Zeit und mehr Geduld. Ist aber auch beständiger. Ob er sich auszahlt, entscheidet jedes Like auf Instagram, jedes Teilen unserer Facebookbeiträge und jeder Kauf dieser Zeitschrift. #gegenFakeNews