Seit Erkenntnisse der Faszienforschung belegen, dass Faszien wesentlich mehr Funktionen haben als bisher angenommen und sogar in der Lage sind, sich an bestimmte Belastungsreize zu adaptieren, hat das Faszientraining einen enormen Aufschwung erlebt. Man geht davon aus, dass ein fasziales Training die muskuläre Funktion optimiert sowie die Leistungsfähigkeit und die Beweglichkeit verbessert (1). Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit des Trainings, vor allem bezüglich der Auswirkung auf Laktatwerte und der damit verbundenen Trainingsintensität, sind jedoch kaum vorhanden.

Schlüsselrolle der Faszien. Faszien sind im menschlichen Körper omnipräsent und erfüllen verschiedene Aufgaben. Sie spielen eine „Schlüsselrolle in der Dynamik des Bewegungsapparats“ (2), da sie wesentlich an der Kraftübertragung beteiligt und in der Lage sind, Bewegungsenergie zu speichern. Es wurde festgestellt, dass ein Großteil der zum Laufen benötigten Energie aus dem Kollagengewebe der Faszien und nicht aus der Muskulatur stammt. Dieser sogenannte Katapultmechanismus führt bei trainierten Faszien zu einer Reduktion der benötigten Muskelenergie (3).