Die Serumkonzentrationen verschiedener am Zyklus beteiligter Hormone schwankt im Zeitverlauf. Dazu gehören insbesondere das luteinisierende Hormon (LH), das follikelstimulierende Hormon (FSH), Estradiol (E2) und Progesteron (Prog). Darüber hinaus erreicht der Level der Hormone Androstendion und Testosteron zum Zeitpunkt des Eisprungs sein Maximum. Diese Fluktuationen beeinflussen die Leistungsfähigkeit zum einen direkt und wirken sich auch auf die Trainierbarkeit aus. Insbesondere die Schwankungen der Steroid-Hormone und deren Einfluss auf die Proteinsynthese könnten einen Erklärungsansatz liefern.

Frau Prof. Platen, was ist bisher aus der Forschung zum menstruationszyklusgesteuerten Training bekannt?

Die Erkenntnisse sind nicht einheitlich. Es gibt beispielsweise Studien, die auf eine größere direkte Leistungsfähigkeit während der Follikelphase im Vergleich zur Lutealphase (Gelbkörperphase) hindeuten. Andere fanden Hinweise darauf, dass die Kraft in der mittleren Lutealphase am größten ist, und es gibt auch einige Studien, die gar keine Unterschiede feststellen konnten. Nur drei der Studien in den letzten Jahren nutzen dabei überhaupt Hormonanalysen für die Verifizierung der Menstruationszyklusphase.