Das Essverhalten, die Auswahl und Zubereitung von Lebensmitteln, die eigene Essbiografie und Esserziehung, ebenso die seelische Verfassung und die Beziehung zum eigenen Körper – all das macht deutlich, wie komplex das Thema Essen und Psyche ist und welche Zusammenhänge es zwischen beidem gibt. Unsere Ernährung ist in gewisser Weise ein Spiegel der eigenen Psyche und Erfahrungen. Auf jeder Ebene – des Essens, des Körpers und der Seele – gibt es mehrere Aspekte, die wir uns bewusst machen und hinterfragen sollten.

Essen will gelernt sein! Die Ernährungspsychologie ist eine recht junge Wissenschaft, die sich erst seit Anfang der 1970er-Jahre in Deutschland langsam, aber stetig etabliert hat. Es handelt sich dabei sozusagen um eine Mischung aus Psychologie und Ernährungswissenschaft, auch Trophologie genannt.

Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft: Ihr Ziel ist es, menschliches Erleben und Verhalten, dessen Entwicklung im Laufe des Lebens sowie alle dafür maßgeblichen inneren und äußeren Ursachen oder Bedingungen zu beschreiben und zu erklären. Daher bezeichnet man sie auch als „Seelenkunde“.