In der Schule, in der Ausbildung, im Studium – immer wieder stolpert man über Dinge, die scheinen unnötig in dem Moment, in dem man sie lernt. „Was soll ich damit?“, fragt man sich. Und lernt sie im späteren Leben schätzen.

2003, ein Montagmorgen, acht Uhr. Herr Müller betritt den Raum. Große Ledertasche unter dem Arm, die John-Lennon-Gedächtnisbrille sitzt auf der Nase, die langen, leicht ergrauten Haare hängen bis fast auf die Schultern hinab. Der Anzug ist beige, die Schuhe kamelbraun und in der Hand die aktuelle Tagespresse. Deutschunterricht! Thema heute: die W-Fragen.

Die W-Fragen – wer kennt sie nicht? Gefühlt jedes Schuljahr durchexerziert, immer wieder abgefragt und angewendet, immer wieder Texte in ihre Einzelteile zerlegt, immer wieder Nachrichten, Berichte geschrieben und immer wieder dieselben Fragen beantwortet: Wer, was, wo, wann, warum und wie?