Wolfhard Savoy hat viele Jahre die Ski-alpin-Damen des Deutschen Skiverbandes (DSV) als Physiotherapeut im Weltcup begleitet. Die Leistungslust hat mit ihm über die Besonderheiten und Herausforderungen bei der Regeneration von alpinen Skifahrern gesprochen – vor wie während der Saison.

Wolfhard, das Skijahr teilt sich grob in zwei Phasen: die Off-Season und die Saison selbst. Was bedeutet das für das Regenerationsmanagement?

Zunächst einmal, dass wir diese beiden Phasen auch im Training und beim Regenerationsmanagement beachten müssen. Im Grunde wird in der Off-Season, also in den Sommermonaten, auf eine Resistenzfähigkeit hintrainiert. Mit drei- bis viertägigen Lehrgängen auf dem Gletscher und einem dreiwöchigen Trainingslager in Südamerika oder Neuseeland wird insbesondere Kraftausdauer- und Schneetraining durchgeführt. Dabei werden die Athleten stark ermüdet. Während der Lehrgänge sind relativ wenig Regenerationstage eingeplant, um die Zeit im Schnee optimal nutzen zu können. An jede dieser Belastungsphasen schließt sich dann eine Regenerationsphase an, besser eine Adaptationsphase. Auf drei, vier Tage Belastung folgen in der Regel zwei Tage Adaptation, damit man am richtigen Peak wieder eine neue Belastung setzt. Nach einem dreiwöchigen Trainingslager, bei dem die Athleten durchaus auch mal in ein Übertraining kommen können, folgen im Mittel zehn Tage Adaptationsphase – mancher Athlet ist nach neun Tagen wieder bereit, andere erst nach 14. Aber: Im Anschluss muss man das Training an die Adaptationsphasen anpassen. Der erholteste Zustand ist nicht der energetisch beste. Das heißt, der Athlet kann sich schon in den Phasen der Adaptation skispezifisch bewegen, allerdings müssen dann die Trainingsintensitäten dem Erholungsstand angepasst werden.