Besonders in der Kraftsportszene sind gewisse Ernährungsmythen weit verbreitet: Sechs kleine Mahlzeiten am Tag, um die Proteinsynthese optimal anzukurbeln, ein Shake mit Whey-Protein-Isolat und schnell verfügbaren Kohlenhydraten unmittelbar nach dem Training, um das anabole Fenster nicht zu verpassen, und Low Carb vor dem Schlafengehen, um einem unerwünschten Fettaufbau entgegenzuwirken, sind nur einige davon. Viele ambitionierte (Hobby-)Athleten machen sich so das Leben unnötig schwer. Dabei kann eine fitnessorientierte Ernährungs- und Lebensweise so einfach sein, wenn nur ein paar fundamentale Grundlagen berücksichtigt werden.

Die Energiebilanz ist entscheidend. Eine fitness- und gesundheitsorientierte Ernährung besteht aus vier Säulen (Abb. 1). Die erste Säule ist die Energiebilanz:Sie ist das entscheidende Element, wenn es darum geht, ob wir Gewicht verlieren, halten oder zunehmen wollen. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir uns für eine High-Carb-Low-Fat-Ernährung, die Atkins-Diät oder Intermittent Fasting entscheiden – eine negative Energiebilanz wird immer zum Gewichtsverlust führen, während eine positive Energiebilanz immer eine Gewichtszunahme zur Folge haben wird. Die Ernährungsform ist dabei zunächst einmal völlig egal (1). Auch ist es irrelevant, wenn das Kalorienziel an einem oder mehreren Tagen in der Woche unter- oder überschritten wird: Entscheidend ist immer die Wochenbilanz. Wie genau die Verteilung der Kalorien auf die einzelnen Wochentage aussieht, ist dabei nebensächlich.