Smart kombiniert. Ralf Moeller und Arnold Schwarzenegger sind zwei deutschsprachige Muskelpakete, die in den USA große Erfolge feierten und inach wie vor feiern. Ralf Moeller ist inzwischen 60 Jahre alt und hat immer noch Muskeln wie ein 30-Jähriger. Sein Tag beginnt um sechs Uhr morgens in seinem Haus in Los Angeles, Kalifornien: Nachdem er sich einen Espresso genehmigt hat, startet er direkt in sein tägliches Training. Mit einem Fatbike fährt der ehemalige Mr. Universum und Deutsche Meister im Bodybuilding ganze zehn bis zwölf Kilometer ins Fitnessstudio. Dadurch ist er bereits aufgewärmt und kann sich so gleich an den Kraftsportgeräten betätigen. Seine wichtigste Prämisse dabei ist, sich nicht nur auf einen Bereich zu konzentrieren, sondern immer den gesamten Körper im Auge zu behalten. Deshalb kombiniert er bestimmte Muskelgruppen, wie Brust und Rücken oder Bauch und Waden. Bei kürzeren Einheiten widmet er sich intensiv dem Zirkeltraining, das er innerhalb von 45 Minuten abschließt.

Bankdrücken in der Drehpause. Aktuell dreht Ralf Moeller zusammen mit einem bekannten Streamingdienst eine neue Serie, die 2020 erscheinen soll. Neben dem Dreh stehen auch Drehbuchbesprechungen und jede Menge Vorbereitung auf dem Plan. Das bedeutet: Die ehemals vier- bis fünfstündigen Trainingseinheiten fallen weg und werden auf eine Stunde Kraftsport komprimiert. Kraftsport ist und bleibt aber ein großer Bestandteil von Moellers Leben – darauf ist er sehr stolz.

Fleischlos. Ralf Moeller ist überzeugt von fleischloser Ernährung. Wenn es ihm möglich ist, streicht er tierische Produkte sogar ganz von seinem Essensplan. Reis- oder Mandelmilch seien ein paar der vielen Alternativen, die es zur „normalen“ Milch gebe. Rat und Unterstützung holt er sich bei Ernährungswissenschaftlern, denn er möchte aus seinem Körper das Beste herausholen.

Mit seiner Einstellung zum Sport in Verbindung mit veganer Ernährung ist der Schauspieler nicht allein: Der Gewichtheber Kendrick Farris, der Bodybuilder Robert Cheeke oder der Boxer Mike Tyson setzen ebenfalls auf Veganismus. Studien weisen einige positive Effekte einer fleischlosen oder gar veganen Kost nach: Beispielsweise konnte gezeigt werden, dass eine Steigerung der Sauerstoffversorgung möglich ist (1, 2). Angst vor einer Mangelernährung hat Ralf Moeller nicht – auch hierzu gibt es inzwischen einige Studien. So wurde etwa ein veganer Ultratriathlet mit zehn gleichaltrigen Ironman-Kollegen verglichen; eine Mangelernährung war nicht erkennbar (3).

Nachgefragt

Mehr von Ralf Moeller gibt es im Leistungslust-Interview: bit.ly/RalfMoeller_LL

Lisa Flögel

 

Literatur

  1. Werner C, et al. 2018. Differential effects of endurance, interval, and resistance training on telomerase activity and telomere length in a randomized, controlled study. Eur. Heart J. 40; 1:34–46
  2. Lynch HM, et al. 2016. Cardiorespiratory fitness and peak torque differences between vegetarian and omnivore endurance athletes: a cross-sectional study. Nutrients 8; 11:726
  3. Bausch V, Congia M. 2019. Echte Bullen fressen Gras – Vegane Ernährung in Sport und Rehabilitation. München: Richard Pflaum Verlag