Mobilität, Flexibilität, Beweglichkeit – wie unterscheiden sich diese Begriffe und wie hängen sie zusammen? Dr. Dr. med. Homayun Gharavi, Betreuer zahlreicher Spitzenathleten, stand im Interview Rede und Antwort. Er erklärt sein Verständnis des Themenkomplexes „Bewegung“ und verrät, warum isolierte Muskeldehnung seiner Meinung nach im Training nichts zu suchen hat und worauf ein Trainer bei der Bewegungsanalyse seines Kunden achten sollte.

Was bedeuten für dich Mobilität und Flexibilität?

Mobilität ist für mich die Fähigkeit, sich im Raum zu bewegen, unter Umständen auch mit Hilfsmitteln. Flexibilität beschreibt hingegen die Beweglichkeit des eigenen Körpers in Bezug auf ihn selbst. Mobilität steht also immer in Bezug zum Raum, Flexibilität in Bezug zum eigenen Körper.

Und wie passt Beweglichkeit dazu?

Beweglichkeit ist die generelle Fähigkeit, sich zu bewegen. Was man genau darunter versteht, ist aber immer im Kontext zu betrachten. Das heißt zum Beispiel: Wenn man sich fragt, wie beweglich ist der Patient, dann meint man, ob er aufstehen kann, durch den Raum gehen kann und so weiter. Fragt man aber, wie beweglich ist der Sportler, ändert sich der Kontext – dann geht es eher darum, wie dehnbar er beispielsweise ist.