„Wo Menschen sind, da menschelt es!“ Diese bayerische Weisheit bestätigt sich insbesondere im Fitnessstudio. Gerade zu Stoßzeiten treffen hier viele Menschen aufeinander: der eine besser erzogen, der andere schlechter – und manch einer gar nicht. Nachfolgend die zehn größten No-Gos im Fitnessstudio und was du als Trainer dagegen tun kannst.

1. Geräte blockieren

Gerade am Abend und an verregneten, kalten Sonntagen sind die Studios voll. Umso ärgerlicher, wenn Trainierende Geräte blockieren – sei es durch überlange Cool-downs, schlendernderweise auf dem Laufband, oder durch Spielen mit dem Handy während der Satzpausen. Auch ausführliche Unterhaltungen verhindern ein zeitiges Beenden der Übung.

Lösung: Du als Trainer musst diese Klientel darauf hinweisen, dass es der gemeinschaftliche Gedanke verlangt, auch anderen die Möglichkeit zum Training nicht zu vermiesen. Zudem sind überlange Satzpausen aus trainingsmethodischer Sicht nicht sinnvoll, da sie den Trainingsreiz verringern.

2. Geräte „reservieren“

Manch einer hat seltsame Trainingsmethoden und benutzt mehrere Geräte gleichzeitig. Das eine wird mit der Trinkflasche reserviert, das andere mit dem Handtuch und am dritten wird trainiert. Das ist unhöflich und ziemlich sicher auch methodisch unsinnig.

Lösung: Weise die Person auf ihren latenten Egoismus hin und schlage vor, effektivere Varianten bezüglich Intensivierungen wie Vor- oder Nachermüdung durch Ergänzungsübungen zu zeigen. Erkläre demjenigen die Unsinnigkeit des „Geräte-Hoppings“ sowie die richtige Anwendung des Trainingsprinzips der Variation und des trainingswirksamen Reizes.

3. Starren und Glotzen

Klar trainieren wir auch ein bisschen, um zu sehen und gesehen zu werden. Aber einige übertreiben es und nutzen jede Sekunde – selbst während der Übung –, um den Kopf in Richtung attraktiver Mitsportler zu drehen oder heimlich den Spiegel zur Observierung zu nutzen.

Lösung: Niemand wird gerne beobachtet, wenn er stöhnend und schwitzend sein Training absolviert. Weise den Betreffenden höflich auf diese Unsitte hin – entweder durch die Bitte, er möge sich doch auf sich konzentrieren, oder indem du ihn in ein Gespräch verwickelst. Alternativ stellst du dich demonstrativ in die Blickrichtung und versperrst ihm mit einem Lächeln die Sicht. Eventuell kann hier auch der Aushang von Clubregeln helfen.

4. Schweiß? Egal!

Schwitzen gehört zum Sport dazu. Aber es ist äußerst unangenehm, wenn man an das nächste Gerät geht und erst einmal nasse Hände bekommt – und sich zudem wundert, warum man auf einmal Feuchtigkeit am Gesäß spürt.

Lösung: Es ist definitiv kein unangenehmer Hinweis, Trainierende dazu anzuhalten, ein Handtuch zu benutzen oder das Gerät nach starkem Schwitzen mit Papiertuch und Desinfektionsmittel zu reinigen.

5. Krachmacher

Training kann schwer und anstrengend sein und es ist in gewissem Maße okay, seine Anstrengung auch verbal kundzutun – allerdings sollte sich das Ganze nicht wie ein Live-Tennismatch mit Monica Seles anhören. Ebenfalls ein Unding ist das „Gewichteknallen“: In der halben Bewegungsamplitude herumzuwuchten, um dann den gesamten Gewichtsblock nach unten knallen zu lassen, ist mit das Unmöglichste, was man im Studio bringen kann. Nebenan trainiert Elfriede, 68 Jahre, und bekommt fast einen Herzanfall.

Lösung: Weise die Person darauf hin, das Gewicht zu reduzieren, wenn sie nicht in der Lage ist, es exzentrisch gegenhaltend und kontrolliert abzulegen. Außerdem sollte sich derjenige mal Gedanken machen, ob es für ein glückliches Leben notwendig ist, das eigene Selbstbewusstsein über die Anzahl der Gewichtsscheiben zu definieren.

6. Privater Privatcoach

Du bist der Trainer und der Chef im Ring – aber selbstverständlich dürfen auch Studiomitglieder Ahnung haben und mit dir darüber reden. Anderen mal etwas zu erklären, ist natürlich ebenfalls okay. Doch diejenigen, die ihr Halbwissen jedem im Studio aufs Auge drücken und die eigene Trainingsmethode als die einzig richtige kundtun, sind teilweise als Gesundheitsgefährder anzusehen.

Lösung: Sprich diese „Dampfplauderer“ an und lobe sie für ihr Interesse – und wenn vorhanden, ihr Fachwissen –, aber korrigiere sie auch höflich und weise darauf hin, dass nur fundiertes und nachgeprüftes Know-how an den Trainingskollegen weitergegeben werden sollte. Im Zweifelsfall und bei Nebenwirkungen immer den Trainer fragen!

7. Laute Musik

Musik beim Training ist ein gute motivatorische Komponente und aus dem Studioalltag nicht wegzudenken. Geschmäcker sind aber verschieden – deshalb sollte man seine musikalischen Vorlieben über die richtige Lautstärke für sich behalten. Ich erinnere mich dabei an einen alten Aushang in der Münchener S-Bahn: „Aus dem Walkman tönt es grell, den Nachbarn juckt’s im Trommelfell!“ Und dann gibt es noch diejenigen, die permanent an der Rezeption nach einer anderen Studiomusik fragen, als befände man sich in der Dorfdisco.

Lösung: Hingehen, freundlich auf die Schulter klopfen und um Reduzierung der Lautstärke bitten. Eventuell kann auch hier ein Aushang helfen.

8. Freier-Körper-Kult

Mach einer findet sich körperlich so attraktiv, dass er sein Umfeld allzu gerne daran teilhaben lassen möchte. Oben-ohne-Training ist vielleicht am Venice Beach okay, aber nicht im Premiumstudio und auch nicht im Dorfdiscounter. Auch sind wenige Fetzen Stoff, wie etwa Trägershirts, nicht wirklich á la mode. Es macht sicherlich einen Unterschied, ob der gut sichtbare Körper darunter auch einen Blick wert ist – aber das ist er leider nicht immer.

Lösung: Bitte den Betreffenden höflich darum, ein ordentliches – gerne auch sehr enges – T-Shirt zu tragen und den Körper lieber im Freibad oder in der Sauna zur Schau zu stellen.

9. Dreckspatz

Gerade noch auf der vermatschten Laufstrecke gewesen und nun mit den gleichen Schuhen und Klamotten ins Studio. Klingt etwas übertrieben – aber man sollte schon in der Lage sein, sich zwei Paar Schuhe für sein Training zu gönnen, um mit sauberem Schuhwerk ins Studio zu kommen. Auch sollte man darauf achten, seine Trainingskleidung regelmäßig zu waschen beziehungsweise rechtzeitig aus der Waschmaschine zu nehmen, damit man nicht dem Nebenmann das Training durch unangenehmen Modergeruch vermiest.

Lösung: Weise den „Schmutzfink“ auf die Hausordnung hin und bitte ihn, das nächste Mal mit sauberen Klamotten zu erscheinen. Für den nach Schimmel riechenden Kunden könnte man Probepäckchen mit Waschmittel verteilen.

10. Partnerbörse Fitnessstudio

„Ich parshippe jetzt“ – aber bitte nicht im Studio! Natürlich ist einer der Gründe für den Gang ins Fitnessstudio, soziale Kontakte zu knüpfen; und sicherlich ist auch die ein oder andere Beziehung hier entstanden. Das Studio ist aber keine Disco, aus der Mann oder Frau bei jedem Besuch einen Aufriss abschleppen muss. Für Singles auf der Suche gilt deshalb: haushalten mit den Anmachsprüchen. Denn es könnte sein, dass manch einer nur ins Studio geht, um einfach mal eine Auszeit von seiner Beziehung zu haben.

Lösung: Das Anbaggern aktiv zu verbieten, ist schwierig. Vielleicht könnte es eine Lösung sein, im Fitnessstudio regelmäßig Events zu veranstalten, bei denen sich die Mitglieder außerhalb des Trainingsbetriebes kennenlernen können. Da gehen wahrscheinlich dann eh nur die Singles hin.