Gesundheit & Mentales
Leistungslust Juni 2022

Der Vagusnerv

Unser heutiger Lebensstil ist schnelllebig und über unsere Umwelt prasseln viele verschiedene Stressoren auf uns ein. Gerade in fordernden Zeiten kommt Entspannung häufig zu kurz. Der Vagusnerv als zentraler Bestandteil unseres parasympathischen Nervensystems spielt hier eine wichtige Rolle. Seine Aktivierung kann entscheidend zur Stressreduktion und damit einer Besserung vieler stressassoziierten Symptome beitragen.

Ein Beitrag von Lisa Könings
Lesezeit: ca. 6 Minuten
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Begriffsdefinition. Der Begriff „Vagusnerv“ leitet sich von dem lateinischen Wort vagari ab, was so viel bedeutet wie „umherschweifen“. Dieser Name ist ziemlich treffend, ist doch der Vagus der längste und größte Nerv in unserem Körper mit sehr vielfältigen Aufgaben. Der Vagus fungiert als wichtigster Informationsgeber für unser Gehirn über autonom ablaufenden Funktionen in unserem Körper. Er sammelt insbesondere viszerale Informationen über Chemo- und Barorezeptoren aus unserem Inneren und gibt diese an die Inselrinde weiter (1). Zu diesen Informationen gehören:

  • Atmung, Monitoring von CO2 und O2 im Blut
  • Herzschlag, Blutdruck
  • pH-Wert
  • Körpertemperatur
  • Magendehnung (Hunger und Sättigung)

Der Hauptteil der vagalen Informationen, circa 80 Prozent, läuft afferent, das bedeutet vom Körper zu unserem Gehirn (1,2). Der Vagus erstellt für die Inselrinde ein Bild über autonome Funktionen und ist damit maßgeblich an einer funktionierenden Interozeption beteiligt.

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