Nur wer zuerst am Ball ist, kann seine technischen Qualitäten ausspielen, und nur wer über hervorragende koordinative Fähigkeiten verfügt, kann sie präzise und schnell ausführen. Daher sollte der Koordination eine wichtige Rolle im Training zukommen. Sportwissenschaftler aus Frankreich fanden in einer Studie zur französischen Fußballliga heraus, dass der Ballbesitz pro Spieler im Schnitt weniger als eine Minute pro Spiel beträgt (1). Entscheidend ist also: Was geschieht in den restlichen 89 Minuten? Wie kann man die Zeit des Ballbesitzes verlängern beziehungsweise den Ball öfter zuerst erreichen und schneller reagieren? Und wie können koordinative Fähigkeiten helfen, den Ball in der kurzen Besitzzeit besser zu kontrollieren, zu berechnen und zu beherrschen?

Koordinative Fähigkeiten. Alle motorischen Bewegungsprogramme sind von koordinativen Fähigkeiten bestimmt (2). Koordinativ starke Sportler sind in der Lage, Bewegungsprogramme mit hoher Qualität durchzuführen und situationsgemäß anzupassen. Gut ausgeprägte koordinative Fähigkeiten wirken positiv auf die sportliche Leistungsfähigkeit und verletzungspräventiv. Man unterscheidet zwischen sieben Fähigkeiten:

Differenzierungsfähigkeit. Differenzierungsfähigkeit beschreibt die Qualität, Bewegungen mit hoher Präzision sowie in unterschiedlicher Intensität durchzuführen (2). Fußballspezifisch wird dies oft als „Ballgefühl“ bezeichnet und stellt eine der wichtigsten koordinativen Fähigkeiten eines erfolgreichen Spielers dar. Sie beinhaltet die Fähigkeit zur muskulären Feinabstimmung und zeigt sich in wohldosierten Pässen und Flanken sowie im fein abgestimmten Krafteinsatz bei der Ballan- und -mitnahme (2).