Die Fitnessbranche wächst. Und das gleich in mehreren Aspekten: die Mitgliederzahlen, die Standorte und die Umsätze konnten eine Zunahme verbuchen. Und auch für das kommende Jahr sind sich Unternehmensberatungen sicher: ein Ende des Wachstums ist noch nicht erreicht.

Ungeschlagene Nummer 1. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mitgliederzahlen um 4,5 Prozent gestiegen. Laut aktueller Datenlage waren vergangenes Jahr 11,09 Millionen Menschen Mitglied in einem Studio. Im Vergleich zu den beliebtesten Sportarten in Deutschland liegt das Fitnesstraining mit großem Abstand auf Platz 1. Der Volkssport Fußball (Platz 2) verzeichnete 7,09 Vereinsmitglieder, der Turnverein landete mit 4,98 Millionen Mitgliedern auf Platz 3.

Die Geschlechterverteilung bei den Besuchern in einem Fitnessstudio ist relativ ausbalanciert. Laut Statista waren es im Jahr 2018 52 Prozent Männer und 48 Prozent Frauen. Davon gingen etwas mehr als 10 Millionen Männer (29 Prozent), und bei den Frauen immerhin 25 Prozent regelmäßig zum Training.

Ein Grund für das Wachstum ist das Präventionsgesetz. Die Bezuschussung der Kassen im Zuge der Gesundheitsförderung und Rehabilitation macht das Angebot eines Fitnessstudios noch attraktiver.

DSSV

Die Kasse klingelt. In der Gesamtmenge haben Fitnessstudios ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingefahren: Mit 5,33 Milliarden Euro ist ein Höchstwert erreicht. Schaut man allerdings genau hin, können vor allem Ketten und Mikrostudios jubeln. Der Umsatz von Studioketten wuchs von 1,93 Milliarden (2017) auf 2,03 Milliarden (2018). Mikrostudios legten von 0,43 Milliarden auf 0,47 Milliarden zu. Einzelstudios verzeichneten hingegen einen kleinen Rückgang: Der Umsatz lag im Jahr 2017 noch bei 2,84 Milliarden, in 2018 betrug er 2,83 Milliarden Euro. Alexander Wulf vom Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheit-Anlagen (DSSV) sieht diese wachsende Tendenz bei Ketten und Mikrostudios. Dennoch seien Einzelstudios aber keinesfalls abzuschreiben. Ganz im Gegenteil: „Obwohl das Marktwachstum in den letzten Jahren weitgehend auf Ketten- und Mikrostudios zurückzuführen ist und Einzelanbieter dadurch von verschiedenen Seiten aus „unter Druck“ geraten sind, zeigen die stabilen Zahlen, dass Einzelstudios Konzepte und Strategien entwickelt haben, um sich erfolgreich zu positionieren.“ Der DSSV habe gerade bei Einzelstudios in den vergangenen Jahren eine starke Professionalisierung beobachtet. Investitionen in „Hardware“ und vor allem auch in die Mitarbeiter und in zielgruppenorientierte Konzepte hätten dazu geführt, dass die Anbieter für ihre Zielgruppen nach wie vor attraktiv seien und sich erfolgreich gegenüber Spezialangeboten und Discountern abgegrenzt haben, lobt Wulf das Verhalten der Unternehmer.

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Anzahl der Studios. Insgesamt standen im vergangenen Jahr 9 343 Anlagen zur Verfügung, davon 300 Neu- oder Wiedereröffnungen. Gut die Hälfte waren Einzelbetriebe. Das überrascht, wo doch immer mehr Menschen in die Stadt ziehen und Einzelbetriebe eher im ländlichen Raum oder Speckgürtel einer Stadt zu finden sind. Alexander Wulf widerspricht: „Dennoch leben zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland in kleineren Städten (100.000 bis 2.000 Einwohner), die meist von Einzelbetreibern als Standort genutzt werden. Die in der Regel inhabergeführten Einzelstudios mit einer bis vier Anlagen zeigen sich als sehr robustes Marktsegment und bestätigen die Vorjahreswerte, sowohl in der Anzahl der Anlagen als auch bei der Mitgliederzahl“.

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Was bringt 2019? Der Branche geht es gut und das zeigt sich auch in der Investitionsfreude. Mehr als 85 Prozent möchten in diesem Jahr (weiter-) investieren. Neben Umbaumaßnahmen oder Eröffnungen stehen zwei weitere Punkte ganz oben auf der Agenda. Zum einen zählt die Mitarbeiteraus und -weiterbildung zu den Kerninvestitionen. Einen weiteren erkennen Inhaber in der Zertifizierung gemäß DIN 33961.

Beides spiegelt die Zukunftsprognose für die Branche wider. Durch die stetige Zunahme der Zivilisationserkrankungen und den Mangel an medizinischen Fachkräften gewinnen zusätzliche Gesundheitsdienstleister an Relevanz. Durch eine Professionalisierung in Fitnessstudios wird heute die Grundlage für morgen geschaffen. So zum Beispiel mit ausgeweiteten Kooperationen mit Kassen oder der Anerkennung durch öffentliche Behörden.

Quellen

Statista. 2019. Mitgliederzahl der Fitnessstudios in Deutschland von 2003 bis 2018 (in Millionen). https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5966/umfrage/mitglieder-der-deutschen-fitnessclubs; Zugriff am 29.7.2019

Statista. 2019. Umsatz der Fitnessbranche in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2018 (in Milliarden Euro). https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6228/umfrage/umsatz-der-fitness-branche-in-deutschland; Zugriff am 29.7.2019

Statista. 2019. Größte Fitnessketten in Deutschland nach Anlagenanzahl (Stand: 31. Dezember 2018). https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6793/umfrage/top-10-fitnessketten-nach-anlagenzahl; Zugriff am 29.7.2019

Presseportal. 2019. Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2019. Über 11 Millionen Mitglieder in Fitness- und Gesundheits-Anlagen. https://www.presseportal.de/pm/70906/4221602; Zugriff am 29.7.2019