Kein Ausdauertraining nach dem Krafttraining! Viele Trainer haben schon von einem negativen Effekt auf die muskuläre Anpassung durch das gleichzeitige Training von Kraft und Ausdauer gehört. Doch was steckt tatsächlich dahinter? Und welche Rolle spielt die Reihenfolge, in der trainiert wird?

Viele Sportarten werden in ausdauerbasiert und kraftbasiert unterteilt (1, 2). In der Realität gibt es für eine solche Einordnung jedoch keine Rechtfertigung, da die meisten Sportarten beide konditionellen Fähigkeiten gleichermaßen fordern (1–3). Zur Steigerung der allgemeinen Leistungsfähigkeit sollten je nach Schwächen und Stärken des Sportlers sowie gemäß dem spezifischen Anforderungsprofil der Sportart sowohl Kraft als auch Ausdauer trainiert werden. Besonders im Amateur- und semiprofessionellen Bereich ist aufgrund eines beschränkten Zeitbudgets ein gleichzeitiges Training von Kraft und Ausdauer innerhalb einer Trainingseinheit beziehungsweise eines Mesozyklus notwendig. Dies nennt sich Concurrent Training (CT). Jedoch scheuen sich Trainer wegen des bereits 1980 von Hickson beschriebenen Beeinträchtigungseffektes (Interference Effect – IE) (4) vor einem CT.