Carnitin blickt in der Sportlerszene und auch bei Abnehmwilligen auf eine lange Geschichte zurück. Einst gefeiert als effektive Substanz zur Unterstützung der Fettverbrennung, verschwand Carnitin bis vor kurzem in der Versenkung. Erst jetzt scheint die Verbindung neu ins Rampenlicht zu rücken. Daher sollte jeder Trainer über Basiswissen bezüglich der neuesten Erkenntnisse zu Carnitin verfügen.

Basics. Bei Carnitin handelt es sich um ein Dipeptid, welches aus den beiden essentiellen Aminosäuren Methionin und Lysin gebildet wird. Die Bezeichnung L- oder D- legt die Isoform fest. Bei Acetyl-L-Carnitin oder L-Carnitin-L-Tartrat handelt es sich um Beispiele für Unterformen. Wissenswert erscheint fürs Erste, dass der D-Form von Carnitin nahezu keine praktische Bedeutung beigemessen wird.

Neben der Verfügbarkeit besagter Aminosäuren ist für eine adäquate Bildung von Carnitin auch Vitamin C notwendig (1). Zur endogenen Synthese nehmen wir Carnitin in seiner L-Form auch insbesondere über rotes Fleisch beziehungsweise über tierische Produkte zu uns. Generell findet sich bei Männern ein höherer Carnitin-Bestand als bei Frauen. Es gibt Hinweise, dass die Carnitin-Spiegel mit dem Alter abnehmen (2). Die Muskulatur bildet mit etwa 98 Prozent den größten Carnitin-Speicher. Kleinere Mengen finden sich in der Leber oder im Blut (3).