Felix Streng ist einer der besten deutschen Parasprinter. Anfang Juni lief er die 100 Meter in 10,67 Sekunden – deutscher Rekord, Weltjahresbestleistung. Im Interview spricht der Paralympics-Sieger von 2016 (4 x 100 Meter Staffel) über seine Beziehung zu Trainer und Prothese.

Felix, nimmst du die Prothese als solche wahr und was bedeutet das für dich beim Laufen?

Wichtig ist für uns – also Menschen mit Prothese –, dass die Prothesen gut angepasst sind, dass man sie akzeptiert und dass sie zum Körper dazugehören. Hierfür muss man auch einiges an Aufwand investieren, regelmäßig zum Techniker fahren und sich um den Körper kümmern. Dann kann man im Optimalfall so laufen, als wäre das völlig normal. Als Sportler habe ich da natürlich einen Vorteil, da das alles sowieso zu meinem Alltag gehört. Die meisten Prothesenträger müssen diesen Aufwand noch nebenbei betreiben. Ich persönlich merke keinen Unterschied zwischen meinem linken Bein ohne und meinem rechten Bein mit Prothese. Ob ich jetzt mit dem Prothesenbein aufsetze oder mit dem anderen, es fühlt sich praktisch völlig gleich an.